Über Remy und mich

Wie komme ich bloß dazu mir für meinen Blog als Alias eine Ratte auszusuchen? Zugegebenermaßen hat mich Remy schon im Trailer zu Ratatouille für sich  eingenommen. Aber mit Mut und großer Leidenschaft fürs Essen hat sich Remy dann durch den ganzen Film direkt in mein Herz gekocht.
Tja, andere sind von den ganz großen Helden in den ganz großen Filmen beeindruckt - ich eben von einer kleinen Ratte.

Noch dazu war ich schon immer derselben Meinung wie Auguste Gusteau: "Jeder kann kochen!"
Umso mehr, als es genug Leute gibt, die sich selber einreden, nicht kochen zu können. Sie stellen ihr Licht unter den Scheffel, indem sie sagen, Omlett und Nudeln mit Tomatensoße hat ja nicht mit "richtig kochen" zu tun. Aber wo soll denn "richtig kochen" sonst anfangen? Im Sternerestaurant?
Nein nein, es fängt zu Hause an und zwar bei den einfachsten Dingen, wie eben Tomatensoße. Die muss man auch erstmal hinbekommen. Und wenn das geschafft ist, ist der Weg zum Vier-Gänge-Menü nicht mehr weit! Alles, was man braucht ist Mut und Leidenschaft für das Essen - wie bei Remy.

Ansonsten bin ich natürlich keine Ratte. Ich heiße Christine und bin eine twenty-something, die mit ihrem Mann in einer Wohnung mit Süd-West-Balkon lebt. Mein Mann bringt für das Essen, das ich koche, mindestens genauso viel Leidenschaft auf, wie ich fürs kochen. Wenn er mich ganz entsetzt fragt, warum ich denn das selbstgebackene Brot mit irgendwas belege anstatt es einfach so zu essen - weil so unfassbar lecker - dann ist das für mich das größte Lob. Außerdem ist er für die meisten Fotos auf diesem Blog verantwortlich. Sind sie nicht schön?

Kochen gelernt habe ich bei meiner Mutter, bei der es immer noch am besten schmeckt und die mich stets beeindruckt, denn während ich bei der Teigherstellung immernoch leicht panisch überlege, ob die Konsistenz jetzt so in Ordnung ist oder nicht, macht das meine Mutter quasi locker aus dem Handgelenk. Und was sie dann so alles zaubert - mmmmmmhhhhhhhhh.

Neben dem Kochen und Backen habe ich vor einigen Jahren das Stricken entdeckt. Zwar hat meine Oma mir als Kind versucht, das Stricken beizubringen, doch war ich damals viel zu ungeduldig dafür. Zwei Nadeln, ein Wollfaden und dann müssen die Finger noch so seltsame Verrenkungen bewerkstelligen? Nicht mein Ding damals. Heute sieht das anders aus. Die Freude, die andere Menschen haben, wenn sie etwas selbstgestricktes geschenkt bekommen, ist einfach schön mit anzusehen. Und ich selber habe großen Spaß dadran mir etwas auszudenken und es dann entstehen zu sehen. Selbst Gestricktes sieht nicht nur schön aus, sondern hat auch noch einen praktischen Nutzen - perfekte Kombi.

Aber ich habe noch eine andere Leidenschaft und da muss ich ein Geständnis machen: Ich bin ein Bücherjunkie. Ich lese fast alles, von Märchen bis Liebesgeschichten, von Krimis bis Gruselschockern, von Ovid über Goethe bis Kafka. Steht alles in meinem Bücherregal. Heißgeliebt und immer wieder gelesen. Ja, ich lese meine Bücher mehr als einmal. Über die Jahre immer wieder. Und es gibt kaum eins, das ich weggeben könnte, ohne es zu vermissen. Das ist eine ganz innnige Beziehung, die ich zu meinen Büchern habe. Ein ganz großer Traum von mir ist es, wenn wir irgendwannmal ein Haus haben sollten, einen eigenen Bibliotheksraum zu haben. Mit deckenhohen Bücherregalen und großen Sesseln zum reinkuscheln, wo ich dann ganze Tage mit stöbern und lesen verbringen kann. Jeder hat halt so seine Träume.



Auf überkochen schreibe ich über all diese Dinge, wobei Kochen und Backen, wie zu sehen ist, eindeutig dominieren. Aber ich habe ja auch erst angefangen und freue mich über alle, die mich bei meinen Experimenten in der Küche, Strickprojekten und Buchabenteuern begleiten möchten!