3. Juni 2012

Klitzekleine Schokoladen-Karamel-Tartelettes

In klein ist alles toll. Sämtliche Tierbabys, selbst die von großen, bösen Raubkatzen, entlocken den meisten Menschen ein entzücktes Oooohhhhh. Minikuchen in Lolliform, auch bekannt als Cake-Pops, haben im Sturm die Herzen unser aller erobert. Und auch wenn sich hinter etwas so kleinem, wie zum Beispiel diesen Mini-Tartelettes, 10.000 Kalorien verstecken - wir sagen entzückt Oooohhhh und vergessen jegliche Hüftgoldgefahr.  Mit einem Happs sind die im Mund. Und mehr als Oooohhh kann man dann eh nicht mehr sagen...
Die Idee für die kleinen Schokotartes mit Karamelfüllung hatte ich schon vor einigen Monaten, für diesen zweck war die Karamelcreme entstanden. Die Umsetzung allerdings war schwieriger, als gedacht. Doch trotz einiger Pannen ist das Ergebnis so unschlagbar Nachtischmagenfüllend, dass alle Punkte bezüglich Ausführung und Optik schnurz sind. Wie gesagt, allein die kleine Form lässt schon jedes Herz schmelzen. 


Für unzählige Stück (naja gut, ungefähr 40 würden es werden):
Als erstes einen Mürbteig zubereiten: 100gr kalte Butter in kleinen Würfeln mit 50gr Puderzucker und einer Prise Salz mit den Knethaken des Handrührgeräts geschmeidig rühren. 1 kühlschrankkaltes Eigelb zugeben und unterkneten. 200gr Mehl dazusieben und rasch unterkneten, bis ein krümeliger Teig zusammenkommt. Den Teig zu einem Fladen zusammendrücken und in Frischhaltefolie eingeschlagen für 30 Min. in den Kühlschrank legen. 
Falls ihr euch nicht schon vor Monaten die Karamelcreme zubereitet habt, oder euren Vorrat bereits auf diversen Frühstückstoasts verbraucht habt (räusper), macht euch noch schnell eine Portion (für die Mini-Tartelettes reichen allerdings ein paar wenige EL von der Creme). 
Um hübsche kleine Mini-Tartelettes zu erhalten habe ich meine Silikon-Muffinförmchen benutzt. Außerdem braucht ihr beschichtetes Backpapier, das ihr in etwa 10x10cm große Quadrate schneidet, sowie Backerbsen. 
Nun kann der Mini-Tartelettes-Bau beginnen: Den gekühlten Teig portionsweise ca. 3mm dick ausrollen und Kreise von 6cm Druchmesser ausstechen. Die Kreise vorsichtig in die Muffinförmchen drücken und mit einer Gabel den Boden zwei-drei Mal einstechen. Die Förmchen erstmal wieder für 30 Min. im Kühlschrank platzieren. Die Backpapierstücke ein bisschen zusammenknüllen und wieder auseinanderfalten, dadurch passen sie prima in die Förmchen auf den Teig. 
Den Ofen auf 175°C Ober/Unterhitze vorheizen. 
Nach der Kühlzeit in jedes Förmchen ein Papier legen und mit Backerbsen beschweren. Das Ganze hat durchaus Sinn, denn durch die Erbsen wird verhindert, dass die winzigen Wände der Mini-Tartelettes beim Backen runterschmelzen. Soviele Förmchen auf ein Gitter setzten, wie eben draufpassen und im heißen Ofen etwa 10-12 Min. backen. Die Förmchen aus dem Ofen nehmen und vorsichtig das Papier mit den sehr heißen Erbsen entfernen (einfach rasch auf ein bereitgestelltes Backblech legen und erst wieder anfassen, wenn die Erbsen abgekühlt sind). Nun die Förmchen nochmals für 2-3 Min. backen, bis sie schön goldbraun aussehen.
Das Ganze macht ihr so lange, bis A. der ganze Teig aufgebraucht ist, B. die gewünschte Anzahl an Mini-Tartelettes entstanden ist oder C. ihr keinen Bock mehr auf die Fimmelei habt. (Bei mir war auf Grund mehrerer Plannungspannen  Punkt C. nach 24 Stück erreicht und aus dem Restteig wurde eine normal-kleine Tarte...)
Lasst die Mini-Tartelettes komplett auskühlen, was ziemlich fix geht. Zum Füllen braucht ihr nun endlich die Karamelcreme und etwa 200-400gr dunkle Schokolade. Die Schokolade grob hacken und über einem Wasserbad schmelzen lassen. 
Nun kommt nochmal ein bisschen Fimmelei: In jedes Mini-Tartelettes kommt eine dünne Schicht Karamellcreme (etwa 1/3 der Höhe) und oben drüber mit Hilfe eines Teelöffels eine genauso hohe Schicht flüssige Schokolade. Da müsst ihr schnell sein, damit die heiße Schokolade die Creme komplett bedeckt, bevor diese anfängt zu schmelzen und sich mit der Schoki zu vermischen. 
Das wiederholt ihr solange, bis wieder Punkt A., B. oder C. eingetroffen ist. Die gefüllten Mini-Tartelettes nun nur noch abkühlen lassen, euren Lieben zum Sonntagskaffee servieren und ganz viele Oooohhhhs und Aaaahhhs ernten.

Zugegeben, das Ganze ist eine relativ zeitaufwendige Angelegenheit, lohnt sich aber, wie ich finde. Eventueller Restteig lässt sich prima, je nach Menge, zu einfach Plätzchen oder eben einer kleinen Tarteform weiterverarbeiten. Falls ihr aber nicht sofort Verwendung für den Teig habt, hält er sich im Kühlschrank locker bis zum nächsten Tag, oder im Tiefkühler porblemlos mehrere Wochen - aber nicht vergessen!


Mir sind, wie erwähnt, einige Malheurs passiert. Zunächst einmal habe ich einen anderen Teig zubereitet, mit mehr Butter und ohne Ei - fataler Fehler den ihr nicht begehen sollt, daher steht oben schon ein geeigneteres Rezept. 
Dann bin ich bei meiner ersten Ladung davon ausgegangen, dass das reine Kühlen schon reichen würde, damit die Dinger ihre Form behalten. Nö, tun sie nicht. Ich hatte also erstmal 12 runde Plätzchen mit einer Mini-Mulde in der Mitte. (Auf dem Bild seht ihr den Vegleich im gefüllten Zustand. Wobei ich nicht unbedingt meine, dass das rechte Tartelette weniger hübsch aussieht.)
Die zweite Portion musste also mithilfe von den Backerbsen beschwert werden. Ich wollte mir aber das Geschnibbel von Backpapier ersparen und dachte so: "Hm, Papier-Muffinförmchen haben doch schon die richtige Größe, warum also extra Arbeit?" Nach dem Backen wusste ich warum: Papier-Muffinförmchen sind nicht so gut beschichtet und der Teig bleibt an dem ollen Papier kleben und damit hat sich eine schöne Form der Tartelettes erledigt. Daher der Hinweis: wenn man sich schon so viel Mühe macht, dann lohnt sich auch das zurechtschnibbeln von gut beschichtetem Backpapier.
Abschließend noch ein Hinweis zu Haltbarkeit: Für den nächsten Tag, an dem die Schoko-Karamel-Mini-Tartelettes serviert werden sollten, habe ich die DInger noch in einem Luftdichter Behälter im Kühlschrank aufbewahrt. Den Rest danach außerhalb vom Kühlschrank. Kein Problem. Die Kalorienbömbchen halten sich problemlos mehrere Tage und werden dabei mit der Zeit immer besser...
Wer jetzt noch mitliest: viel Spaß beim Nachbacken und -basteln und Naschen. Bei dem miesen Wetter heute ist das doch bestimmt die beste Beschäftigung.

1 Kommentar:

  1. Wow, das klingt, als könnte man sich damit mehrere Tage am Stück beschäftigen! Sieht aber trotzdem extrem lecker aus!

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