28. Juni 2012

Brotaufstrich mit roten Linsen und Basilikum

Früher war ein Wurstbrot zum Frühstück das einzig wahre für mich. Käsebrot dagegen eher nicht. Wurst mit Käse war ok. Frischkäse war auch immer gut. Marmelade mit Käse auch. Aber Wurstbrot war DAS Frühstück für mich. 
Als mein GGG und ich uns dazu entschlossen haben keine Wurst (und alles was sonst noch an fleischlichem morgens aufs Brot kommen kann) mehr zu ESSEN, stand ich vor dem Problem, tatsächlich kein Wurstbrot mehr zu HABEN. Ich habe mich dann wohl oder übel erstmal an Käsebrot gehalten, um festzustellen, dass es ja doch auch Käsesorten gibt, die ich mag. Klar, Marmelade geht auch, vor allem, weil meine Mama seit Jahren unermüdlich die tollsten Marmeladen in allen Varianten kocht, aber jeden Tag süß zum Frühstück kann ich nicht. Und letztendlich ist das Käsebrot noch immer nicht das wahre für mich.
Alternative Brotaufstriche gibt es in den Läden ja durchaus zu kaufen. Vor allem Biomarken bieten eine hohe Anzahl an fleischlosen Brotaufstrichen - und fordern einen entsprechend hohen Preis für eine teilweise ziemlich kleine Menge Aufstrich. Und schmecken tut es mir auch nicht immer. Aber null Problemo meine Freunde, dafür gibt es ja die heimische Küche - zum Selbermachen von grandiosen Brotaufstrichen.
Eine sehr überzeugende Variante ist dieser Linsenaufstrich mit Basilikum.


Für zwei Personen für etwa 1 Woche als Brotaufstrich:
100 gr rote Linsen waschen und abtropfen lassen. In einem kleinen Topf 300 ml Wasser zum Kochen bringen und die Linsen darin etwa 15 min köcheln lassen. Nach dieser Zeit sollten die Linsen sehr sehr weich sein. Falls noch viel Wasser da ist, die Linsen einige Minuten ohne Deckel unter gelegentlichem umrühren köcheln lassen. Die Masse sollte allerdings nicht zu trocken werden, sondern noch etwas breiig bleiben. Die Linsen ein wenig abkühlen lassen.
In der Zwischenzeit 1 Hand voll Basilikumblätter mit etwas Salz und Pfeffer mörsern. 1 Tl Honig, 1 El Olivenöl und etwa 2 gehäufte Tl Ajvar unterrühren. Diese Mischung zu dem Linsenbrei geben und gut vermengen. Tadaa, der Aufstrich ist fertig! Bevor ihr den Linsenaufstrich nun in ein Glas füllt, solltet ihr ihn noch unbedingt abschmecken. Das geht am besten mit einem Stück Brot, denn es muss ja mit dem Brot schmecken. Fehlt nocht Salz? Bestimmt. Ein bisschen Ajvar? Kann auch nicht schaden. Der Aufstrich hat bei mir in ein 300ml Schraubglas gepasst - minus die Abschmeckmenge versteht sich. Beim vollständigen Auskühlen im Glas wird der Aufstrich noch schön streichfest. Ich denke im Kühlschrank hält die Mischung problemlos ein paar Tage, wenn ihr das Glas nicht schon am ersten Tag leert...
Ich hab noch einige Varianten, die ich ausprobieren möchte. Wie sieht es denn bei euch aus? Habt ihr einen absoluten Lieblingsbelag fürs Frühstücksbrot? Gibt es einen Aufstrich aus dem Laden, den ihr besonders empfehlen könnt? Oder macht ihr euch schon seit Jahren selber Linsenaufstrich und kennt die ultimative Kombo? Ich freue mich auf eure Antworten!

24. Juni 2012

Kaffeetarte mit Schokoladenguss und die wichtigsten Zutaten beim Backen

Am liebsten backe ich für andere. Für meine Familie, meine Freunde, meinen Geliebten. Und die wichtigste Zutat ist immer dieselbe: (Achtung, Schmalz!) gaaaanz viel Liebe. Ernsthaft! Darum schmeckt selbstgebackenes auch immer besser als irgendwas aus dem Laden. Selbst total versalzene Plätzchen (ja, das passiert) schmecken dank der vielen Liebe immer noch superdupergut (oder so ähnlich). 
Gut, zugegeben: Auch andere Zutaten machen Gebackenes extralecker. Zum Beispiel Schokolade. Oder auch Kaffee. Oder am besten beides. Darum fiel meine Wahl auf eine Tarte mit eben diesen Zutaten von Annik Wecker als ich für liebe Freunde etwas backen wollte. Ein paar der Zutaten habe ich an meinen Vorratsschrank anpassen müssen und das Ergebnis war sehr überzeugend. Was aber natürlich an der extra vielen Liebe lag, ist ja klar!


Für 1 Tarteform (28 cm): 
Als erstes wird der Schokoladenmürbeteig hergestellt. Dafür in einer Rührschüssel 100gr kalte Butter in Stückchen, 60gr Puderzucker und jeweils 1 Prise Zimt und Salz miteinander geschmeidig verkneten. Dann 1 Ei (S) unterkneten. In einer anderen Schüssel 180gr Mehl, 10gr Kakao und 30gr gemahlene Haselnüsse miteinander vermengen. Die Mehlmischung über die Buttermischung sieben und rasch unterkneten. Den Schokoladenmürbeteig ausrollen, die Tarteform damit auskleiden, den Teig mehrfach mit einer Gabel einstechen und für etwa 30 min. in den Tiefkühler stellen. 
Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. 
Den Schokoladenmürbeteig nach der Kühlzeit 16 min. blindbacken. Danach den Ofen auf 175°C runterschalten. 
Während der Boden backt kann die Füllung zubereitet werden. Dafür 450gr Sahne in einem Topf aufkochen lassen und vom Herd nehmen. 5 gehäufte Tl ungesüßtes Cappuccinopulver und 1 El starken Kaffee in die Sahne rühren. In einer Schüssel 3 Eier (L) mit 125gr Rohrzucker (bzw. dark brown soft sugar) mit Hilfe einer Gabel verquirlen (möglichst wenig Luft in die Eimischung rühren!). Die warme Sahne langsam und unter ständigem Rühren zur Eimischung geben. 
Die Ei-Sahne-Mischung auf dem blindgebackenen Schokoladenmürbeteig verteilen  und die Tarte 30min backen.
Wenn die Tarte abgekühlt ist fehlt nur noch der Schokoladenguss. 200gr Zartbitterschokolade (oder Schokolade mit noch höherem Kakaogehalt) fein hacken und mit 80gr Butter und 2 El Honig über einem Wasserbad schmelzen. Die Schokoladenmasse über die abgekühlte Tarte gießen und gleichmäßig verteilen. Zum Festwerden die Tarte für mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Nach Belieben verzieren, zum Beispiel weiße Schokolade mit Hilfe eines Sparschälers auf die Tarte hobeln.


Wir haben am nächsten Tag noch schnell das Innenleben fotografiert, bevor wir uns über die Reste hergemacht haben, denn die Tarte schmeckt am zweiten Tag nochmal mindestens genauso gut. 

Noch ein paar Anmerkungen: Anstelle des Cappuccinopulvers benutzt Annik Wecker 2Tl Instant-Espressopulver, und Kaffeelikör anstatt starkem Kaffee. Außerdem habe ich dark brown soft sugar aus dem English-Shop benutzt. Dieser Zucker hat einen sehr starken Eigengeschmack, löst sich schnell auf  und passt hervorragend zu dieser Tarte.
Die Füllung tendiert beim Backen dazu relativ hoch zu steigen, daher mein Hinweis möglichst wenig Luft in die Eier zu rühren. Ich habe große Blasen zwischendurch aufgestochen, damit nichts überläuft. Während dem Abkühlen sinkt die Füllung aber wieder in sich zusammen und alles, was evtl. auf den Rand gelaufen ist, lässt sich leicht wieder zurückschieben.

20. Juni 2012

Eine persische Yakbeere

Ein Hobby kann ja eine sehr suchtfördernde Angelegenheit sein. Lesen zum Beispiel. Zum einen sind gut geschriebene Bücher, egal in welchem Genre, ein wahrer Genuss, der auf gar keinen Fall nach nur einem Buch aufhören darf. Der lesende Mensch braucht stets Nachschub. Zu diesem Dürsten nach geistiger Nahrung kann sich dann auch noch Bibliophilie hinzugesellen. Da wird jedes Antiquariat zu einer Gedulds- und/oder Nervenprobe. Beim Aufwägen von Finanzen, Platz und dem Haben-wollen-Gefühl gewinnt dann doch recht häufig die Sucht über die Vernunft. 
Auch bei anderen Hobbies können sich ähnliche Süchte entwickeln. Bei Handarbeiten mit Wolle zum Beispiel. Hier gesellt sich aber zu dem absolut süchtigmachenden Vorgang des Strickens oder auch Häckelns von Anfang an immer ein praktischer Nutzen. Am Ende jedes Projekts (zumindest meistens ist das so) ist etwas brauchbares/tragbares entstanden. Hier Gegenargumente zu finden ist schwer. Klar, auch beim Wollkauf legen die Finanzen und der vorhandene Raum bestimmte Grenzen. Aber wie einfach lassen sich diese ausdehnen, wenn doch am Ende etwas so praktisches wie ein Pullover, Tuch, Schal, Mütze, Geschenke für Freunde und Verwandte stehen. 
Wenn dann auch noch wunderschöne Materialien dazukommen geht es mir im Wollgeschäft ähnlich wie im Antiquariat. Kisten und Regale voll der schönsten Farben und zartesten Wollstränge benebeln da ganz schnell jeglichen Pragmatismus, der mir sonst innewohnt. Gegen den Kauf zum Beispiel eines Starnges Malabrigo Sock in der Färbung Persia konnte ich mich gar nicht wehren. Diesen wunderschönen Strang habe ich aus einer Kiste gehoben und war danach nicht mehr in der Lage es wieder zurückzulegen. Es ging einfach nicht. 


Aber wer mag es mir verübeln bei solch seidenweicher Schönheit? Ich habe diesen Strang ehrfürchtig nach Hause getragen und konnte mir unterwegs ein wiederholtes Anschmachten nicht verkneifen. (Ich glaube die Leute in der Bahn waren etwas irritiert von mir, wie ich da saß und einen Garnstrang anhimmelte anstatt den Geliebten an meiner Seite.) Zu hause dann wurde der Strang immer wieder hervorgeholt und durch minutenlanges Streicheln über seine seidenweichen Windungen der endgültige Schritt in die Wollsucht besiegelt. Aber mal ganz ehrlich, wer kann das nicht nachvollziehen, bei solch wollendeter Schönheit? 


Letztlich brach aber wieder mein Streben nach praktischem Nutzen hervor, das von mir verlangte aus dem schönen Strang auch ein schönes und brauchbares Stück zu stricken. Das war nicht schwer, sondern eine wahre Freude. 


Ich habe mich recht schnell für das Tuch Yakbeere entschieden. Mit 4mm-Nadeln entsteht aus Malabrigo Sock ein leichtes Strickstück, das einen schönen Fall hat. Allerdings reicht ein 100gr-Strang nur für ein kleines Tuch. Das Spitzenmuster zum Abschluss des Tuches musste ich um eine Wiederholung in der Länge kürzen, um mit der Wolle hinzukommen. So hatte ich nach dem Abketten noch genau 1,50m Garn übrig. Mit der Größe des Tuches bin ich aber sehr zufrieden. Entgegen der Anleitung habe ich das Tuch noch ganz leicht gespannt, um diese kleinen Spitzen zu bekommen, aber auch weil Spannen immer nochmal das beste aus einem Garn herausholt. 


In das Tuch bin ich mindestens genauso verliebt wie in die Wolle.
Und was meint ihr zum Thema Hobby und Sucht? Gefahr oder Gefallen? 

Anleitung: Yakbeere von Beerentöne
Garn: Malabrigo Sock "Persia", 100gr.
Nadeln: 4mm

14. Juni 2012

Kleine Apfeltartes mit Karamelcreme

Jaja, die Karamelcreme begleitet mich nun ziemlich verlässlich in Backangelegenheiten. Ihre vielfältige Einsatzbereitschaft überrascht mich aber auch immer wieder. Bei diesen schnellen Apfeltartes zum Beispiel war der Karamelcremeeinsatz gar nicht geplant, aber sie hat sich einfach auf die Tartes gestürzt, da war ich ziemlich machtlos. War aber nicht schlimm, sondern ziemlich lecker. 


Für zwei Tartes mit je 12cm Durchmesser (für zwei sehr hungrige Kaffee- oder Teetrinker, oder für vier normale Nachtischmägen): 
Für den Mandelmürbteig 100gr Mehl, 50gr gemahlene Mandeln, 75gr Butter und 50gr Zucker  mit 1/2 El kaltem Wasser rasch zu einem Teig verkneten. Jeweils die Hälfte zu einer runden Platte ausrollen und in die mit Backpapier versehenen Tarteformen füllen. Mit einer Gabel mehrmals einstechen und im Kühlschrank 30 Min. kühlen lassen. 
In der Zwischenzeit 2 Äpfel (zum Beispiel die beiden leicht runzligen Exemplare Braeburn, die da noch vernachlässigt im Obstkorb auf ihren Einsatz warten) schälen, vierteln, entkernen und in sehr, sehr schmale Spalten schneiden. Ein wenig Zucker bereitstellen. Den Ofen auf 180°C Ober/Unterhitze vorheizen. 
Die Apfelspalten in mehreren Schichten in die Förmchen verteilen und die einzelnen Schichten, bis auf die obere, leicht zuckern. Die beiden Tarteformen auf einem Gitter in den Ofen schieben und etwa 15 Min. backen. 
Nun die nicht mehr aufzuhaltende Karamelcreme, jeweils etwa 1 gehäuften Tl, auf die Äpfel streichen und die Tartes nochmal etwa 5 Min. backen. Die Teigränder sollten eine schöne goldbraune Farbe haben und der Boden durch sein. Die Apfelspalten hingegen haben nach dieser kruzen Zeit noch einen leichten Biss. 

Noch eine kleine Warnung: Diese Tartes fallen beim Essen etwas auseinander, da die Äpfel ja durch keinerlei "Klebemittel" zusammengehalten werden. Mir  persönlich macht das nichts, weil diese Kombi genauso einfach wahnsinnig lecker ist. Probiert es einfach aus und schert euch nicht um diverse Krümmel. Einfach Schlemmen...

11. Juni 2012

Scharfe Nüsse für lustige Abende

Nüsse und Kerne gehören eindeutig zu meinen Lieblingsknabbereien für Zwischendurch. Auf Paltz 1 und damit der Dauerbrenner seid Kindestagen, sind Sonnenblumenkerne, die in der Pfanne angeröstet werden. Ob mit oder ohne Schale. Eine Zeit lang, so mit 14 glaube ich, hatte ich im Winter immer eine kleine Tüte mit ungeschälten, gerösteten Sonnenblumenkernen in meiner Jacke dabei, um unterwegs was zum Knabbern zu haben. Hänsel und Gretel und ihre Brotkrumen im Wald waren nichts dagegen!
Auf Platz 2 sind Nüsse, die mit verschiedenen Kräutern und Gewürzen im Ofen geröstet werden. Das hört sich jetzt so nach Herbst und Winter an, aber ich muss zugeben, für mich ein Ganzjahresrenner. Vor allem für diverse Feten ein tolles Mitbringsel. Genau zu diesem Zweck, nämlich einer fantastischen Hawaii-Fete, habe ich ein neues Rezept ausprobiert. Sagenhaft! 


Für eine große Runde Knabberspaß: 
Den Ofen auf 120°C Ober/Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier belegen. 
Für die Würzung  je 1/2 El Paprika edelsüß, Salz (plus 1 gute Prise), Knoblauchpulver, 1 1/2 Tl Cayennepfeffer, und je 1 Tl gemahlenen schwarzen Pfeffer, Zwiebelpulver, getrockneten Oregano und Thymian mit 60gr Zucker vermengen. 
In einer großen Schüssel 1 Eiweiß (Größe L) mit 1 Tl Wasser verschlagen und 600gr Lieblings-Nüsse und Kerne gut untermischen. Alle Nüsse und Kerne sollten gut bedeckt sein. Die Gewürze darüberstreuen und gut unterheben. Wenn alles ordentlich vermischt ist, die Nüsse gleichmäßig auf dem Blech verteilen und im heißen Ofen etwa 45 Min rösten. Zwischendruch unbedingt ein paar Mal wenden (so alle 10-15 Min). 
Gut abkühlen lassen und zur Party mitbringen.


Die Grundlage stammt von Cynthia Barcomi, allerdings mischt sie für die Nüsse zuerst eine Kreolische Gewürzmischung zusammen, um dann davon 2 El für die Nüsse zu benutzen. Ich hab die Mengen für die Mischung reduziert und sofort alles für etwas mehr Nüsse benutzt. Außerdem kommt bei der guten Cynthia unglaublich viel Zucker an die Nüsse, aber mit meiner reduzierten Menge waren alle auch sehr glücklich.

Auf Platz 3 stehen übrigens geröstete, pure Kürbiskerne. Aber auch erst seit kurzem, denn früher habe ich Kürbiskerne nicht wirklich gemocht. Jetzt dafür umso mehr.
Was sind denn eure Lieblings-Nüsse und -Kerne? Und habt ihr mit 14 auch so seltsame (Ess-)Angewohnheiten gehabt?

7. Juni 2012

Paulie

Wowie-bowie. So einen ganzen Cardigan mit Sockenwolle und 3,5er-Nadeln zu stricken macht mächtig Arbeit. Und mächtig Spaß. Und das Ergebnis hat mich extrem überzeugt. Mit Paulie stellt Isa K. eine gut verständliche Anleitung bereit, an dessen Ende ein absolutes Allroundtalent von den Nadeln springt. 


Ich trage Paulie jetzt schon seit einigen Wochen. Der Cardigan ist dank der dünnen Wolle genau richtig für diese deutschen Sommertage, an denen es morgens und auch tagsüber immer wiedermal zu kühl für ein einfaches Shirt ist. 


Als einzige Änderung habe ich die Ärmel direkt nur 3/4-lang gestrickt, da ich sie sowieso immer hochshoppe. Der krausrechts gestrickte Schulterbereich war direkt nach dem Stricken irgendwie sackig und saß nicht gut. Nach dem Waschen habe ich das Teil auf einem Handtuch ausgebreitet und vorsichtig in Form gestrichen. Dadurch ließen sich die Beulen im Schulterbereich gut ausmerzen, ohne das Teil brutal spannen zu müssen. Super! 
Der nächste Paulie ist übrigens auch schon in Planung, diesmal mit langen Ärmeln für den Herbst... 

Anleitung: Paulie von Isa K. 
Garn: Fabel von Drops Design 
Verbrauch: 250gr grau, 50gr weiß (nicht das ganze Knäuel gebraucht)
Nadeln: 3,5mm

5. Juni 2012

Beluga-Linsen-Salat - oder: Warum Plan B die bessere Lösung sein kann

Wisst ihr, was ich gar nicht mag? Wenn ich im Laden nicht das bekommen kann, was ich will. Wenn ich einfach keine Zeit habe, um in mehreren Geschäften in Ruhe alle meine Zutaten für mein perfektes Arbeitstag-Abendbrot zusammenszustellen, sondern fix in den nächstgelegenen Laden laufen muss, um alles zu besorgen und dann die wichtigste Zutat nicht im Sortiment vorhanden ist. Wenn die anderen Läden, die diese Zutat 100%ig hätten, in der entgegengesetzten Richtung liegen und mein Hunger mich lieber nach Hause drängt.
Es geht hier schlicht um Kichererbsen in der Dose. Die hat nicht jeder Laden. Mein Plan A war aber nun mal ein fixer Kichererbsensalat. Und dafür hatte ich keine der entsprechenden Zutaten im Hause. Ich wusste, dass der am nächsten gelegene Laden das meiste davon hat - kein Hexenwerk. Aber zu meinem allergrößten Erstaunen eben keine Kichererbsen (wobei ich mir so sicher war). 
Nach kurzem Ärgern, sowas kann mir in hungrigem Zustand echt schlechte Laune machen (ja, ich bin schwierig, wenn ich Hunger habe), kam halt Plan B von meinem Vorratsregal gehüpft: wunderschöne Belugalinsen. Die brauchen zwar ein wenig Zeit zum Kochen, aber das erledigt sich ja quasi von selbst, während ich das Naan zubereite. 


Für zwei hungrige Feierabendmägen: 
200gr Beluga Linsen waschen. Die dreifache Menge Wasser (ohne Salz) aufkochen lassen und die Linsen darin etwa 30 Min. kochen lassen. Probieren, ob sie gar sind. Falls das Wasser weg ist, bevor die Linsen gar sind, einfach noch etwas Wasser zugeben. 
In der Zwischenzeit 200gr Tomaten, 1 gelbe Paprika und 1/2 Bund Frühlingszwiebeln ordentlich abspülen, putzen und kleinschnibbeln. Das Gemüse mit den noch warmen Linsen vermengen. 1 Tl Senf in beliebiger Schärfe, 1 El O-Saft, 1/2 El Obstessig, Salz, Pfeffer und 1 Prise Zucker mit 2-3 El Olivenöl verschlagen und dazugeben.
Frisches Naan dazureichen und glücklich mit Plan B den Feierabend genießen.

Aus den Resten vom Salat habe ich übrigens am nächsten Tag noch diese herzhaften Tartes gezaubert (äh, ich seh grad, die wurden vor dem Zutun vom Salat verewigt, aber ich denke, ihr könnt es euch vorstellen - Plan B halt): 


Pizzateig wie hier beschreiben zubereiten. Vier Tarteformen á 12 cm Durchmesser mit Backpapier belegen. Den Teig vierteln und rund ausrollen, in die Formen legen. Mit 16 halbierten Tomätchen und ein paar zerschnibbelten Frühlingszwiebeln, die mit einer Balsamicoreduktion, etwas Olivenöl, Salz und Peffer vermengt wurden, belegen und im vorgeheizten Ofen etwa 15-20 Min. backen. Die heißen Tartes mit dem Rest Salat füllen, dabei den Salat vorsichtig mit den heißen Tomaten mischen. Diese feinen Restetartes vor dem Essen ein wenig abkühlen lassen. Und sich freuen, dass Plan B auch am nächsten Tag funktioniert.

Wie seht ihr das? Ist Plan A immer auch die bessere Wahl? Muss Plan A immer funktionieren zum Glücklichsein? Oder seid ihr große Fans von Plan B (bis Z)?

3. Juni 2012

Klitzekleine Schokoladen-Karamel-Tartelettes

In klein ist alles toll. Sämtliche Tierbabys, selbst die von großen, bösen Raubkatzen, entlocken den meisten Menschen ein entzücktes Oooohhhhh. Minikuchen in Lolliform, auch bekannt als Cake-Pops, haben im Sturm die Herzen unser aller erobert. Und auch wenn sich hinter etwas so kleinem, wie zum Beispiel diesen Mini-Tartelettes, 10.000 Kalorien verstecken - wir sagen entzückt Oooohhhh und vergessen jegliche Hüftgoldgefahr.  Mit einem Happs sind die im Mund. Und mehr als Oooohhh kann man dann eh nicht mehr sagen...
Die Idee für die kleinen Schokotartes mit Karamelfüllung hatte ich schon vor einigen Monaten, für diesen zweck war die Karamelcreme entstanden. Die Umsetzung allerdings war schwieriger, als gedacht. Doch trotz einiger Pannen ist das Ergebnis so unschlagbar Nachtischmagenfüllend, dass alle Punkte bezüglich Ausführung und Optik schnurz sind. Wie gesagt, allein die kleine Form lässt schon jedes Herz schmelzen. 


Für unzählige Stück (naja gut, ungefähr 40 würden es werden):
Als erstes einen Mürbteig zubereiten: 100gr kalte Butter in kleinen Würfeln mit 50gr Puderzucker und einer Prise Salz mit den Knethaken des Handrührgeräts geschmeidig rühren. 1 kühlschrankkaltes Eigelb zugeben und unterkneten. 200gr Mehl dazusieben und rasch unterkneten, bis ein krümeliger Teig zusammenkommt. Den Teig zu einem Fladen zusammendrücken und in Frischhaltefolie eingeschlagen für 30 Min. in den Kühlschrank legen. 
Falls ihr euch nicht schon vor Monaten die Karamelcreme zubereitet habt, oder euren Vorrat bereits auf diversen Frühstückstoasts verbraucht habt (räusper), macht euch noch schnell eine Portion (für die Mini-Tartelettes reichen allerdings ein paar wenige EL von der Creme). 
Um hübsche kleine Mini-Tartelettes zu erhalten habe ich meine Silikon-Muffinförmchen benutzt. Außerdem braucht ihr beschichtetes Backpapier, das ihr in etwa 10x10cm große Quadrate schneidet, sowie Backerbsen. 
Nun kann der Mini-Tartelettes-Bau beginnen: Den gekühlten Teig portionsweise ca. 3mm dick ausrollen und Kreise von 6cm Druchmesser ausstechen. Die Kreise vorsichtig in die Muffinförmchen drücken und mit einer Gabel den Boden zwei-drei Mal einstechen. Die Förmchen erstmal wieder für 30 Min. im Kühlschrank platzieren. Die Backpapierstücke ein bisschen zusammenknüllen und wieder auseinanderfalten, dadurch passen sie prima in die Förmchen auf den Teig. 
Den Ofen auf 175°C Ober/Unterhitze vorheizen. 
Nach der Kühlzeit in jedes Förmchen ein Papier legen und mit Backerbsen beschweren. Das Ganze hat durchaus Sinn, denn durch die Erbsen wird verhindert, dass die winzigen Wände der Mini-Tartelettes beim Backen runterschmelzen. Soviele Förmchen auf ein Gitter setzten, wie eben draufpassen und im heißen Ofen etwa 10-12 Min. backen. Die Förmchen aus dem Ofen nehmen und vorsichtig das Papier mit den sehr heißen Erbsen entfernen (einfach rasch auf ein bereitgestelltes Backblech legen und erst wieder anfassen, wenn die Erbsen abgekühlt sind). Nun die Förmchen nochmals für 2-3 Min. backen, bis sie schön goldbraun aussehen.
Das Ganze macht ihr so lange, bis A. der ganze Teig aufgebraucht ist, B. die gewünschte Anzahl an Mini-Tartelettes entstanden ist oder C. ihr keinen Bock mehr auf die Fimmelei habt. (Bei mir war auf Grund mehrerer Plannungspannen  Punkt C. nach 24 Stück erreicht und aus dem Restteig wurde eine normal-kleine Tarte...)
Lasst die Mini-Tartelettes komplett auskühlen, was ziemlich fix geht. Zum Füllen braucht ihr nun endlich die Karamelcreme und etwa 200-400gr dunkle Schokolade. Die Schokolade grob hacken und über einem Wasserbad schmelzen lassen. 
Nun kommt nochmal ein bisschen Fimmelei: In jedes Mini-Tartelettes kommt eine dünne Schicht Karamellcreme (etwa 1/3 der Höhe) und oben drüber mit Hilfe eines Teelöffels eine genauso hohe Schicht flüssige Schokolade. Da müsst ihr schnell sein, damit die heiße Schokolade die Creme komplett bedeckt, bevor diese anfängt zu schmelzen und sich mit der Schoki zu vermischen. 
Das wiederholt ihr solange, bis wieder Punkt A., B. oder C. eingetroffen ist. Die gefüllten Mini-Tartelettes nun nur noch abkühlen lassen, euren Lieben zum Sonntagskaffee servieren und ganz viele Oooohhhhs und Aaaahhhs ernten.

Zugegeben, das Ganze ist eine relativ zeitaufwendige Angelegenheit, lohnt sich aber, wie ich finde. Eventueller Restteig lässt sich prima, je nach Menge, zu einfach Plätzchen oder eben einer kleinen Tarteform weiterverarbeiten. Falls ihr aber nicht sofort Verwendung für den Teig habt, hält er sich im Kühlschrank locker bis zum nächsten Tag, oder im Tiefkühler porblemlos mehrere Wochen - aber nicht vergessen!


Mir sind, wie erwähnt, einige Malheurs passiert. Zunächst einmal habe ich einen anderen Teig zubereitet, mit mehr Butter und ohne Ei - fataler Fehler den ihr nicht begehen sollt, daher steht oben schon ein geeigneteres Rezept. 
Dann bin ich bei meiner ersten Ladung davon ausgegangen, dass das reine Kühlen schon reichen würde, damit die Dinger ihre Form behalten. Nö, tun sie nicht. Ich hatte also erstmal 12 runde Plätzchen mit einer Mini-Mulde in der Mitte. (Auf dem Bild seht ihr den Vegleich im gefüllten Zustand. Wobei ich nicht unbedingt meine, dass das rechte Tartelette weniger hübsch aussieht.)
Die zweite Portion musste also mithilfe von den Backerbsen beschwert werden. Ich wollte mir aber das Geschnibbel von Backpapier ersparen und dachte so: "Hm, Papier-Muffinförmchen haben doch schon die richtige Größe, warum also extra Arbeit?" Nach dem Backen wusste ich warum: Papier-Muffinförmchen sind nicht so gut beschichtet und der Teig bleibt an dem ollen Papier kleben und damit hat sich eine schöne Form der Tartelettes erledigt. Daher der Hinweis: wenn man sich schon so viel Mühe macht, dann lohnt sich auch das zurechtschnibbeln von gut beschichtetem Backpapier.
Abschließend noch ein Hinweis zu Haltbarkeit: Für den nächsten Tag, an dem die Schoko-Karamel-Mini-Tartelettes serviert werden sollten, habe ich die DInger noch in einem Luftdichter Behälter im Kühlschrank aufbewahrt. Den Rest danach außerhalb vom Kühlschrank. Kein Problem. Die Kalorienbömbchen halten sich problemlos mehrere Tage und werden dabei mit der Zeit immer besser...
Wer jetzt noch mitliest: viel Spaß beim Nachbacken und -basteln und Naschen. Bei dem miesen Wetter heute ist das doch bestimmt die beste Beschäftigung.