19. Mai 2012

Do you know ... Ted?



Schönes Wochenende wünsche ich euch! (mit Bauchschmerzen vor lauter Lachen...)

14. Mai 2012

Trdelník - oder: Das süße Leben in Prag

Der Frühling in Prag ist eine schöne Angelegenheit. Zwischen all den tollen Historismus-, Jugendstil- und Barockfassaden schimmern frisch ergrünte und beblühte Bäume. Der Petřín thront über der Stadt und lockt an heißen Tagen mit Waldeskühle. Zwischen gefühlt millionen anderen Touristen versteckt sich trotzdem noch hier und da ein ruhiges Plätzchen. Nach heißen Tagen findet sich in einer der zahlreichen kleineren Brauereien immer ein schmackhaftes Bier zur Erfrischung. Während aber auch in Prag die Globalisierung mit unendlich vielen Pizza e Pasta Restaurantes und China-all-you-can-eat-Buffets Einzug hält, haben eben diese Brauereien noch defftiges böhmisches im Angebot. Knödel jeden Tag! 
Mein kleines Herz sprang aber vor allem dann vor lauter Freude, wenn meine Nase auf der Straße einen buttrig-süßen Duft erhaschen konnte. Mit großen Kinderaugen stand ich da vor diesen kleinen Ständen, bei denen weicher Hefeteig auf schnellen Rollen über heißer Kohle dreht. Trdelník. (Vor sieben Jahren, bei meinem letzten Pragbesuch, war mir dieses feine Gebäck noch nicht untergekommen. Auf meine Nase war wohl nicht immer Verlass.)


Nun bin ich an mehreren Ständen überall in der Stadt hängen geblieben. Die gerollten Teigrollen werden immer ganz frisch zubereitet. Ein etwa brötchengroßes Stück Teig wird zu einem langen Strang gedreht und um den heißen, gebutterten Trdlo aus Holz oder Metall gewunden. Je nach Trdlo-Größe können 2-5 Portionen auf einmal gedreht werden. Nachdem der Teig ein wenig angedrückt wurde, kommt die Rolle auf ein Gestell über heißen Kohlen, wo sich alles geschwind dreht und so den Teig gleichmäßig bräunt. Bei angemessener Bräune wird der Trdlo von den Kohlen geholt und der Teig noch heiß in einer Zuckermischung mit Mandeln, Walnüssen und/oder Zimt gerollt. Immer noch heiß werden die einzelnen Trdelník von dem Trdlo vorsichtig runter geschoben, in eine Serviette gepackt und in erwartungsvolle Hände gelegt (manchmal, nicht immer, werden die Rollen auch nochmal gebacken, wie im Bild zu sehen). Der weiche Teig mit knuspriger Hülle ist ein wahrer Glücksbringer. Selig lächelnd mit einem Trdelník in den Händen konnten mich da auch die millionen anderen Touristen nicht mehr stören.


Ursprünglich stammt dieses Gebäck wohl aus dem Szeklerland und ist auch als Skalický trdelník in der EU geschützt. Heute scheint es aber eben auch in der tschechischen Republik, Ungarn und in der Slowakei verbreitet zu sein. Den Teig auf heißen Rollen kennen wir in Deutschland auch vom Baumkuchen, wobei der Teig und die Herstellung ein wenig anders sind. Wer hier in Deutschland aber gerne Trdelník selber machen möchte (denn nach Prag ist es ja doch was weit, zumindest vom Rheinland aus) findet hier eine kleine Anregung wie es gehen könnte. 


Andererseits, wieso nicht in jedem Frühling nach Prag, um diese Aussicht genießen zu können...

6. Mai 2012

Spargel Tarte

Dieses Jahr haben mich die Frühlingsgemüse echt überrascht. Denn während es für mich noch gar nicht richtig schön wurde, so mit viel Sonnenschein und so, scheinen Spargel und co trotzdem zu wachsen und zu gedeihen. Überrascht hat es mich, weil ich dachte, dass Gemüse vielleicht aus reinem Trotz dem schlechten Wetter gegenüber nicht wächst. Ist ja logisch, ich bleib bei dem Grisselsregen ja auch lieber im Haus. Die Natur scheint das aber etwas anders zu sehen - Gott sei Dank. So gibt es nicht nur schon ziemlich feinen weißen Spargel auf dem Markt zu kaufen, sondern sogar grüne Stangen bei meinen Eltern im Garten. 


Wie das Gemüse dort überhaupt hingekommen ist, wissen wir nicht. Aber seit Jahren wächst dort ein Stängel hervor. Ab und an, wie dieses Jahr, sogar zwei (vom zweiten Stängel ist im moment erst das Köpfchen zu sehen). Für die Spargeltarte braucht es dann doch ein paar Stangen mehr.


Für 1 Tarte: 
Als erstes wird der Mürbteig hergestellt. Dafür 250gr Mehl mit 1 Tl Salz, 150gr kalter Butter in kleinen Stücken, 1 Ei, 1 Prise Zucker und 1/2 El Essig rasch verkneten. Den Teig in Frischhaltefolie einschlagen und für 30 min. kalt stellen. 
Für die Füllung 3 mittelgroße Kartoffeln schälen und in Salzwasser gar kochen. Die gekochten Kartoffeln etwas abkühlen lassen und in etwa 5mm dünne Scheiben schneiden. 500gr grünen Spargel waschen und die holzigen Enden abschneiden. Den Spargel halbieren. Wasser mit Salz, etwas Zucker und einem Stückchen Butter zum Kochen bringen und zuerst die dickeren Spargelstücke reintun. Nach 2-3 min die Spitzen dazugeben und noch 5 min weiterkochen lassen. Abgießen. Etwa 200gr kleine Datteltomaten waschen und vierteln. 
Für den Guss 200gr Créme Fraîche, 50gr Sahne, 2 Eier, 1 durchgepresste Knoblauchzehe, schwarzer Pfeffer, Salz, etwas Paprikapulver und geriebene Muskatnuss miteinander vermischen. 
Den Ofen auf 200°C Umluft vorheizen. 
Den gekühlten Teig ausrollen und die Tarteform damit auskleiden. Den Boden mit einer Gabel mehrfach einstechen. Bis der Ofen hochgeheizt ist kann man die Form jetzt noch gut ins Gefrierfach stellen, dann wird der Boden beim backen schön knusprig. Wenn alles soweit ist, den Tarteboden 15 min. lang blindbacken. 
Danach zuerst mit den Kartoffelscheiben belegen, den Guss darübergeben. Die Spargelstücke obenauf drapieren und die Tomatenviertel in die Zwischenräume verteilen. Zum Abschluss noch etwa 50 gr geriebenen Käse darauf verteilen. 
Die Tarte 20-25 min backen, bis der Käse und der Guss goldbraun sind. 

Zu der Tarte gab es bei uns einen halbtrockenen Riesling, was sehr gut gepasst hat. Die Tarte eignet sich auch hervorragend als Resteverwertung nach einem großen Spargelessen. Und statt nur grünen Spargel kann man natürlich auch nur weißen verwenden, oder eben eine Mischung aus beiden Sorten. 
Das war jetzt sogar schon unser zweiter Spargel dieses Jahr. Den ersten gab es ganz klassisch mit Kartoffeln und Holo. Wo ich ja nun so von der Spargelsaison überrascht wurde, will ich sie jetzt auch so richtig ausgiebig genießen. Gourmandes Version mit Kratzede und diese wundervolle Lasagne sind schon mal vorgemerkt. Was sind denn eure liebsten Spargelvarianten?Und habt ihr auch schon Kamikazespargel bei euch im Garten entdeckt?