29. April 2012

Käsestangen

Am Freitag (so gegen 20.30 Uhr) wurde unser Ofen endlich wieder ins Leben zurück gebracht. Ein guter Freund hat uns die neue Unterhitze eingebaut. Das alte Ding war einfach mal ebenso durchgeschmort, nach gerade mal 3,5 Jahren intensiver Nutzung. Ob das wohl Heizspiralensuizid war? Nun, wie auch immer, nach drei Wochen Back-Entzug konnte ich es kaum erwarten, dass die Neue dem Ofen endlich wieder einheizte. Im Endeffekt hat es auch nur 15 Sekunden gedauert die neue Heizspirale reinzusetzen... darüber waren wir alle drei freudig überrascht.
Am Samstag morgen gab es endlich wieder frische Brötchen zum Frühstück und dann konnte ich mich auch nicht mehr zurückhalten das erste zu backen, was mir in den Sinn kam. Käsestangen. Das ist nun nicht das raffinierteste Backwerk ever, aber ich muss mich nun ja auch erstmal wieder langsam rantasten... 
Käsestangen sind ein ziemliches Teufelszeug. So eine Packung zwingt einen quasi dazu sie komplett aufzufuttern (ich weiß ganz genau, dass ihr wisst, was ich meine, ne?). Sie sind aber auch schnell selbst gemacht und haben dann den großen Vorteil sie nach dem eigenen Geschmack gestalten zu können. Ich mag getrocknete Kräuter und genau das kam auch drauf. 


Für einen Abend Knabberspaß (etwa 20 Stück): 
1 Packung frischen Blätterteig aus dem Kühlschrank holen und ein paar Minuten warm werden lassen. 
Den Ofen auf 170°C Umluft erhitzen. 2 Bleche mit Backpapier versehen.
Mittelalten Gouda fein reiben, so dass da eine großzügige handvoll Käse liegt (also nicht meine Hand voll, sondern die des GGG). 
Nun den Blätterteig auseinanderrollen, mit Frischkäse bestreichen (ca. 75gr), mit etwa 1-2 El Lieblings-Kräutermischung bestreuen und den Käse liebevoll darauf verteilen. 
Den Blätterteig quer in 10 Streifen von je ca 2,5cm schneiden und diese dann nochmal teilen. Die einzelnen Stücke längs umklappen und ein paar Mal um sich selbst drehen. Die Streifen auf die Bleche verteilen und in 8-10 Minuten knusprig backen. 


Wie schon gesagt ist die Gestaltung ganz eurem eigenen Gusto überlassen. Statt gemischter Kräuter nehmt ihr nur Rosmarin oder nur Thymian oder auch Gewürze wie grob gemahlenen schwarzen Pfeffer, verschieden scharfe Chili- und Paprikapulver oder auch Curry. Den Käse ersetzt ihr durch euren Lieblings-Hartkäse. Wie wärs mit einem würzigen Cheddar oder Bergkäse? Wie es euch gefällt. 
Noch ein Hinweis: Frisch schmecken sie eindeutig am besten. Ansonsten sollten die Stangen nicht luftdicht verpackt werden, denn dann werden sie weich. Weich und nicht knusprig. Nicht knusprig ist doof bei Käsestangen. 
Ich für meinen Teil war gestern sehr zufrieden mit dem Backergebnis. Die neue Unterhitze hat hoffentlich ein langes Leben und wird gleich wieder in Anspruch genommen. Spinat-Pizza mit extra Knoblauchöl, yeah! 
Macht euch noch einen schönen Sonntag - vielleicht mit Käsestangen?

23. April 2012

Mit Verlaub: Gusteau

Eine weite Reise aus dem schönen Frankreich ins schnöde (ach quatsch!) Rheinland musste unser neuer Küchenmitbewohner über sich ergehen lassen. Von lieben Freunden mitgebracht, die herzlichst über ihren emailierten gusseisernen Bräter schwärmten und über die Farben und die schöne Lilie und ich wollte dann auch so gerne mal und nun hab ich den Salat. Ach nein, den Gusteau: 


Schön ist er. Und schön groß (35 cm). In feuerrot. 


Mit dunklem Innenleben. Und praktischer Deckel-Einhänge-Funktion. Mit Lilie!


Gusteau heißt er. Nicht Bocuse, obwohl mit dem werten Küchengott geworben wird. Mit Gusteau sehe ich so manche Leckereien in der Zukunft entstehen. Für Familie. Für Freunde. Ratatouille, Brot, Mac'n'Cheese. Und Bœuf bourguignon. Für Bœuf bourguignon habe ich drei Rezepte und alle drei will ich ausprobieren und vergleichen.Unterschiedliche Gemüse werden da benutzt und auch die Zubereitung ist doch recht verschieden. Obwohl man das ja kaum glauben mag. Aber wir werden sehen. Und schmecken.
Aber immer mit der Ruhe, ich werde schon wieder ganz aufgeregt. Zunächst müssen die Schützer für die heißen Ohren von Gusteau noch gefüttert werden, sonst sind meine Pfoten schnell dahin. Außerdem hätt ich gern wieder einen voll funktionierenden Ofen. Was sich die Unterhitze dabei gedacht hat uns zu verlassen verstehe ich immer noch nicht.
Bis dahin wird die Frühlingsküche in all ihrer Herrlichkeit genoßen. Welches ist denn euer Lieblings-Frühlings-Gemüse? Und euer Lieblings-Frühlings-Rezept? Und doch, ich muss noch nach eurem Lieblings-Bräter-Rezept fragen?

18. April 2012

Wer Geduld hat bekommt Karamelcreme

Vor Jahren mal habe ich schonmal was in Richtung Karamel selber machen versucht. Da war ich aber noch Kind und ganz verzückt von der Idee in meinem Kinderkochbuch: Sahne-Karamel-Bonbons selber machen. Aus Sahne, Honig und Zucker sollte eine Karamelmasse zusammengekocht, auf einem Brett verstrichen, in Stücke geschnitten und nach dem Abkühlen hübsch verpackt werden. Oh, was war ich aufgeregt. Zusammen mit meiner Mutter stand ich in der Küche und war ganz gespannt, wann die Masse denn endlich hellbraun wird. Dann haben wir das Zeug auf ein Blech gegossen und warteten darauf, dass es schnittfest wird. 
Und warteten. 
Und warteten.
Es wurde nicht fest. Auch am nächsten Tag hatte es immernoch eine seltsame klebrige Konsistenz, die garantiert nicht hübsch verpackt werden kann. Ihr könnt euch meine Entäuschung darüber wahrscheinlich vorstellen. Das hat mich natürlich nicht vom Essen abgehalten, ist ja klar. 
Wenn ich heute daran zurückdenke war das ganze bestimmt schon damals ein Wink mit dem Zaunpfahl: Ich hätte sofort eine KaramelCREME machen sollen.
Hab ich auch, nur eben Jahre später.


Nach dem Rezept von dem bezauberndem Blog Photisserie hergestellt geht es tatsächlich ziemlich einfach und das Ergebniss ist ziemlich lecker (soll etwa 750ml ergeben, aber ich hab's nicht nachgemessen): 
Zunächst einmal werden 300gr Zucker mit 6 El Wasser in einem Topf bei kleiner Flamme erhitzt und so lange geköchelt, bis das ganze eine hellbraune Farbe angenommen hat. Das dauert. Das hat zumindest bei mir viiiiieeeeel länger gedauert, als ich vorher gedacht hätte. Zunächst stand ich noch sehr gespannt und aktionsbereit daneben. 
Ab und an hüpfte ich vor lauter Aufregung ein bisschen durch die Gegend. 
Dann wurde mir langweilig. 
Ich hab mir Kaffee gemacht, hab ihn in Ruhe ausgetrunken, mir ein Buch geholt, was gelesen, hab ein bisschen aus dem Fenster geschaut...
...bis mir dieser Kirmesgeruch in die Nase stieg und ein vorsichtiger Blick in den Topf tatsächlich eine leichte Färbung des Zuckers anzeigte.
Wenn sich also Wasser und Zucker verfärbt haben kommt 240gr Butter in Stückchen dazu. Sehr vorsichtig! Bei solchen Aussagen wie "sehr vorsichtig" werde ich immer ganz ernst. Denn ich weiß ganz genau, wie schmerzhaft Verletzungen in der Küche sind. (ein heißes Blech ohne Handschuhe aus dem Ofen holen wollen ist nicht gut!) In diesem Fall hatte ich für den Vorgang Butter-in-die-Zuckermasse-tun ein langärmeliges Shirt an, Hitzehandschuh und einen langstieligen Holzlöffel in der rechten Hand und so mit ganz viel Abstand zwischen mir und dem heißen Zucker die Butter stückchenweise hinein gelegt. Höchstvorsichtig. Und wahrscheinlich sah ich total bescheuert aus. Dafür habe ich von den nichtvorhandenen Spritzern auch keinen abbekommen. HA!
Nun kommen noch 5gr Salz dazu und dann soll die Masse etwa 2min köcheln, bis sich alles verbunden hat.
Zwischenzeitlich 200gr Sahne erwärmen. 
Zum Schluss das Karamel vom Herd ziehen, Sahne ordentlich, aber immer noch seeeehr vorsichtig, unterrühren. Nun könnt ihr die wundervolle Creme in vorbereitete Gläser füllen und gut verschließen (das habe ich auch wieder mit Handschuhen gemacht, die danach in die Wäsche mussten, ihr heldenhafter Einsatz hat sich also absolut gelohnt). 


Bei Zimmertemperatur ist die Sauce fast flüssig, bei Kühlschranktemperatur ist es eine streichfeste Creme.
Nach all der Aufregung lohnt es sich einen Tl der abgekühlten Karamelcreme zu probieren. Der Geschmack ist unglaublich. Mein GGG meinte nur: Das schmeckt ja WIRKLICH wie Karamel! Ja doch, insgesamt zufriedenstellender, als die doofen Sahnebonbons. Und unsere Freunde beim Osterbrunch waren auch schwer begeistert. 
Ich hab noch ein Gläschen von der Creme übrig und plane etwas ganz fantastisch-schweinisches damit. Das geht aber erst, wenn unser Ofen wieder betriebsfähig ist. Bis dahin stehle ich mir ab und zu ein Löffelchen Karamel einfach so aus dem Glas. Aber psst, verratet das bloß keinem! 

16. April 2012

Frühlingsjäckchen Knit-Along 2012: Und so siehts aus...

Man, was bin ich aufgeregt. Der Frühlingsjäckchen-KAL hat einfach großen Spaß gemacht! So viele tolle neue Blogs und nette Leute kennengelernt. So hübsche Sachen gesehen. So viel Inspiration für die nächsten Projekte. Und dem entsprechend auch eine sooo lange was-ich-noch-gerne-stricken-würde-Liste. Liebe Cat, da hast Du eine ganz fantastische Idee gehabt! 
Heute ist aber nun der letzte Termin vom Frühlingsjäckchen Knit Along 2012 und die Präsentation angesagt. 


Ich hatte mich ja schnell für die Abalone als Projekt entschieden und auf ein etwas älteres Baumwollgarn zurückgegriffen. Mit dem Garn bin ich sehr zufrieden. Mit der Anleitung auch. Abalone eignet sich gut für Anfänger, aber auch für alle anderen, die schnell ein schönes Ergebnis sehen wollen. 


Die Konstruktion sieht vor, dass es sich vorne nicht schließen lässt. Ich wurde schon gefragt, ob es denn wirklich so sein soll, aber ich muss sagen, dass es mir ganz gut gefällt.


Die Schultern und der Rücken werden gewärmt, die Arme und der Oberkörper vorne bleiben frei. Genau so mag ich es, mir wird sonst schnell zu warm. 


Wie man sehen kann, liegen die kleinen Ärmelchen bei mir sehr eng an. Das finde ich auf jeden Fall besser als kleine Flügelchen (wie sie eigentlich in der Beschreibung für die Anleitung angegeben werden), es war aber auch eher Zufall, dass das so rausgekommen ist. 
Beim nächsten Mal würde ich allerdings für die Armausschnitte einige Maschen vorher abketten, damit unter den Armen mehr Platz ist. Ansonsten liegt die Blende wirklich überall schön an und die unteren runden Abschlüsse gefallen mir besonders gut.


Da mir meine erste so gut gefällt, habe ich direkt im Anschluss ein zweite Abalone angeschlagen, jedoch aus der etwas dickeren Wolle Nepal von Drops. Prinzipiell würde das auch gut passen, die Maschenprobe ergibt, dass das Stück ein wenig größer werden würde, was mich bei der Wolle nicht stört. Aber der Abschluss ist hier gar nicht schön geworden. 


Seht ihr die Dellen? Und die Ärmel sind hier leider doch zu Flügelärmeln geworden.


Ich werde also komplett die Blenden auftrennen und neu stricken müssen, denn so werde ich das Stück bestimmt nicht tragen. Ordentliches Spannen wird da auch noch sein gutes zu beitragen, aber nicht alles lässt sich durch spannen wieder gut machen... Aber da diese Abalone dann eher für den Herbst gedacht ist, lasse ich mir damit doch noch was Zeit (sprich: ich hab grad einfach gaaar keinen Bock dazu). Stattdessen widme ich mich meinem Paulie-Cardigan. Da fehlen nur noch 1 1/2 Ärmel und die passenden Knöpfe. Und ich kann jetzt schon sagen, dass Paulie ein Lieblingsteil wird. 


So, mit diesem Teaser endet mein letzter Beitrag zu FJKAL 2012. Liebe Catherine, nochmal vielen Dank für Deine wundervolle Idee und Deine Gastfreundschaft! Ich bin schon gespannt, was die anderen heute präsentieren werden.

11. April 2012

Calzone mit Bärlauch und ein Osteropfer der anderen Art

Das Osterwochenende ist vorbei und ich hoffe ihr hattet alle eine schöne Zeit. Der Sonntag hatte fürs Rheinland ja eine schöne Wetterüberraschung mit Sonnenschein statt Schnee. Mein GGG hatte für mich eine schöne Überraschung mit einem großen zartherben Häschen. Aber die größte Osterüberraschung hielt mein Ofen für mich bereit: Das treulose Stück will nicht mehr von unten heizen. 
Angefangen hat das wohl schon letzte Woche, als der Ofen von heute auf morgen endlos lange zum vorheizen gebraucht hat und die Sachen, die ich da so reinschob nicht in der gewohnten Qualität rauskamen. Ich war etwas verzweifelt und wusste nicht genau woran es denn nun lag. Der Ostermontag brachte mir dann die Gewissheit: Nachdem ich schon den Osterzopf umdrehen musste, damit auch die Unterseite wenigstens ein bisschen Farbe bekommt, wollte der doofe Ofen meine Erbsentarte ruinieren, bei der der Boden schlichtweg roh blieb. Als ich dann (30 min. bevor die Gäste kamen und nachdem die Tarte beriets 40 min im Ofen war) erzürnt die Tarte auf die unterste Schiene schob, ausschließlich auf Unterhitze bei 250° schaltete und der Ofen nach 15 min. kälter war als davor, ging mir auch endlich mal ein Licht auf. Ehrlich gesagt, eine Erleuchtung auf die ich gut und gerne verzichtet hätte.
Nun sitze ich hier und alles, was mir einfällt, wenn ich über das Abendessen der nächsten Tage nachdenke, sind Köstlichkeiten aus dem Ofen. Wofür brauchte ich die Herdplatten nochmal? Keine Ahnung... Ich fühle mich von diesem Ofen betrogen und im Stich gelassen (und das ist ja nicht das erste Mal das der sowas bringt, ich erinnere mich nur allzugut an einen Sonntagmorgen an dem nach dem Brötchenbacken die äußerste Scheibe der Ofentür in 1000 Einzelteile zerborsten ist, Produktionsfehler).
Es bleiben die guten Erinnerungen an feines Gebackenes, das noch Freude in unser Heim gebracht hat. Dazu gehört dieses tolle Calzone. Mit Bärlauch, Tomaten und Mozzarella gefüllt ein echtes Träumchen von einer Tasche. 


Für 2 Calzone (oder heißt es in der Mehrzahl Calzoni?), auf jeden Fall für 2 Personen: 
Zunächst wird ein einfacher Pizzateig hergestellt. Dafür 200gr Mehl mit 1/2Tl Salz mischen. 1/4 Würfel Hefe (etwa 10gr) mit 1/2Tl Zucker verrühren, bis die Hefe flüssig geworden ist. 110ml lauwarmes Wasser dazugeben und ein paar Minuten stehen lassen. Nun das Mehl mit der Hefemischung und 1El Olivenöl zu einem geschmeidigen Teig kneten. Den Teig in einer Schüssel mit einem feuchten Tuch abgedeckt gehen lassen, mindestens 30 Minuten, besser wäre 1 Stunde.
In der Zwischenzeit einen Kaffee oder Tee trinken, ein wenig lesen oder etwas aufräumen. Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. 
Dann kann die Füllung zubereitet werden: etwa 200gr Bärlauch verlesen und waschen und gut abtropfen lassen. 1 kleine Zwiebel in feine Würfel schneiden, 250gr Datteltomaten halbieren oder vierteln und den Bärlauch ebenfalls grob zerteilen. In einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze die Zwiebeln in etwas Olivenöl mehrere Minuten anschwitzen lassen. Dann die Tomaten zugeben und die Hitze ein wenig hochdrehen. Immer wieder mal durchschwenken. Nach ein paar Minuten den Bärlauch dazugeben und zusammenfallen lassen. Alles gut miteinander vermengen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss kräftig abschmecken. 
Den Teig teilen und auf eine rgut bemehlten Arbeitsfläche zwei nicht zu dünne Pizzafladen ausrollen. Die Füllung auf die Fladen aufteilen und 1 Kugel Mozzarella zerflücken und darüber geben. Nun jeden Fladen zu einem Halbmond schließen und die Ränder gut zusammendrücken. Auf einem mit Backpapier versehenen Blech die Calzoni etwa 15-20 min backen, bis sie von allen Seiten schön goldgelb sind.
Zum Abschluss träufele ich vor dem Servieren ganz gerne noch je 1 El Olivenöl über die Teigränder.


Die Taschen sind wahrlich fein gewesen und die Füllung lässt sich ja endlos variieren: mit Pilzen, Spinat und Knoblauch stelle ich mir auch gut vor. Für mich brauchte da keine Tomtansauce mehr dran, die Füllung war auch so schön saftig und schmackhaft. Aber probiert es doch einfach mal selber aus und findet eure eigene Lieblingsfüllung. Oder habt ihr die bereits und wollt sie hier verraten?