18. März 2012

Plüschige Pluschki

Der Duft von geschmolzener Butter, karamelisiertem Zucker und warmen, weichem Hefegebäck... das sind Pluschki. Weich und knackig, süß, warm und ein wahres Träumchen. Mein Lieblingsgebäck seit Kindheitstagen und wahrscheinlich für immer. Ich würde euch sehr gerne die kulinarischen Wurzeln dieses Gebäckes näher bringen  - allerdings kenne ich sie nicht. Vielleicht ist es ein russisches Gebäck, vielleicht ein mitteasiatisches, vielleicht eine deutsch-russische Variante von irgendwas anderem. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass meine Familie schon immer Pluschki gebacken hat, seit ich denken kann, zu wahrscheinlich jeder Familienfeier und dass mit Pluschki für mich immer alles gut war.
Pluschki könnte man vielleicht mit Zimtschnecken vergleichen. Auch hier geht es um geschmolzene Butter und Zucker und Hefeteig. Aber Pluschki sind doch ganz anders. Durch die Falttechnik entstehen knusprige Stege und flaumig-weiche Buchten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Pluschki zu falten, aber ich beherrsche nur eine und das ist auch meine Lieblingsvariante und die, die ich heute zeige. Das Falten ist im Grunde sehr einfach und schnell erledigt aber vielleicht etwas kompliziert nur mit Worten zu verstehen und ich hoffe, dass die Bilder vom Falten euch helfen.


Für 8-10 Stück:
Als erstes wird ein Hefeteig angefertigt. 250gr Mehl und 1/2 Tl Salz in eine große Schüssel sieben. In einem Rührbecher in 120ml warmer Milch 10gr frischer Hefe und 1 El Zucker auflösen. 1 kleines Ei darin verquirrlen. Die Milchmischung und 40gr weiche Butter zum Mehl geben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Ich mache das immer zuerst mit einer Gabel, bis sich die Flüssigkeit mit dem Mehl verbunden hat und knete dann mit den Händen mehrere Minuten weiter, bis der Teig nicht mehr an den Händen klebt und schön geschmeidig ist. Den Hefeteig nun abgedeckt etwa 1 Stunde ruhen lassen.
Den Backofen auf 175°C Ober/Unterhitze vorheizen.
Nun kann alles vorbereitet werden, damit beim Falten nichts fehlt: Erstmal etwa 2 El Butter schmelzen lassen und mit einem Pinsel bereitstellen. Zucker und einen Teelöffel bereitstellen. Ein scharfes kleines Messer ebenfalls dazulegen. Ein Blech mit Backpapier versehen und in der Nähe plazieren.


Vom fertigen Hefeteig ein etwa Ei-großes Stück abzwacken.
Mit den Händen das Hefestück zu einem Kreis von etwa 10 cm Druchmesser drücken.
Diesen Kreis großzügig mit der flüssigen Butter bepinseln und gleichmäßig mit etwa 1 Tl Zucker betsreuen.


Nun kommt das Falten: die rechte Seite zu einem Drittel einklappen, die linke Seite darüberfalten.


Nun das obere Ende zum unteren falten und ...


...mit dem Messer das Hefeteilchen vom dicken Ende her zu etwa 2/3 einschneiden.


Jetzt das  Stück aufs Blech legen und an der Schnittstelle auseinanderklappen. Vor euch liegt nun etwas, das acht- oder schmetterlingsförmig sein sollte. 


Formt auf diese Weise immer ein Ei-großes Hefestück. Lasst zwischen den Teilchen auf dem Blech genügend Platz, da sie im Ofen nochmal stark aufgehen. Wenn das Blech voll ist, könnt ihr die Seiten vorsichtig mit Milch oder zerschlagenem Ei bestreichen.
Die Pluschki brauchen etwa 12-17min. Sie sind fertig, wenn sie von oben und unten golden-braun sind.


Der Duft dieser Teilchen wird euch den Verstand rauben! Sie schmecken noch leicht warm am besten, dann ist der Unterschied zwischen den knackigen Zucker-Stellen und dem weichen Inneren am größten. Luftdicht verpackt sind Pluschki aber auch am nächsten Tag ganz wunderbar. Butter und Zucker schmelzen dann zu einem süßen Sirup zusammen, der einfach himmlisch ist... Wer mag, mischt dem Zucker noch Gewürze bei: Zimt, Nelken, Muskat, Ingwerpulver, was euer Herz begehrt.
Ich könnte euch ewig davon vorschwärmen, aber ihr solltet Pluschki einfach selber machen und sehen, was ich meine...

Kommentare:

  1. Uahh, ok, das werde ich nachbacken - ohne Zimt, dafür mit Soya- Margarine (ja, geht nicht anders, Allergie gegen Milchprodukte)

    Das klingt hervorragend!

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    1. Das geht ganz bestimmt auch mit Soyamargerine. Ich könnte mir auch noch vorstellen, dass für den Teig die Milch besser durch Sojasahne als durch Sojamilch ersetzt wird - weil es dann einen volleren Geschmack gibt, denke ich(?)
      Probier es einfach aus und berichte doch, wie es war! Würde mich freuen :)

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  2. Einfach der hammer.... Schwiegermutter nimmt butterschmalz aber sonst das selbe rezept...:)

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