23. März 2012

Kleine Röllchen

Die Zierkirsche auf der anderen Straßenseite blüht. Der Tulpenverkauf läuft auf Hochtouren. Die Vögel zwitschern ohne Unterlass. So laut, dass sich letztens eine ältere Dame bei ihrer Freundin beschwert hat, das wäre jetzt aber zu laut. Ich kann die Fenster aufreißen, ohne zu erfrieren. Auf dem Balkon ruft der Geruch vom sonnengewärmten Holz Erinnerungen an Sommer-Sonntags-Frühstücke hervor. Zuerst aber müssen wir unseren Balkon aus dem Winterschlaf wecken, denn dort hängen noch die traurigen Reste der Tomaten- und Peperonipflanzen herum und der Tisch schaut auch nicht so freundlich aus wie das Wetter. Dieses Jahr das erste Mal selber Pflücksalate und kleine Wurzelgemüse großziehen. Der Jahreszeitenwechsel birgt stets aufregende Versprechungen auf neues und lange nicht mehr dagewesenes.
Aber auch Traditionen haben ihren Platz. In zwei Wochen ist Karfreitag und dann Ostern. Neben allen anderen Traditionen ist mir der Osterbrunch sehr lieb geworden. Brunchen überhaupt ist eine tolle Sache und wenn es nach mir ginge, könnten wir das jeden Sonntag machen. Weil das nicht unbedingt geht, sammle ich schon mal mögliche Häppchen im Kopf. Mir gefällt eine Mischung aus Kleinigkeiten und Größerem, Herzhaftem und Süßem. 


Eine feine Sache sind zum Beispiel solche gefüllten Toaströllchen. Nicht schwierig, nur etwas zeitaufwendig herzustellen. Dazu schnappt man sich ein paar Scheiben vom vorzugsweise weichsten Brot, das zu finden ist. Die Rinde wird entfernt (und eignet sich hervorragend zur Croûtons-Herstellung). Mit dem Nudelholz die Brotscheiben plattrollen. Für die Füllung sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt: Butter, Margarine, Senf, Tomatenmark, Frischkäse gleichmäßig und nicht zu dick aufstreichen. Mit den schönsten Salatblättern vom Markt, Kräutern, hauchdünnen Gurken-, Paprika-, Mörenscheiben oder auch Räucherfisch, Schinken, Salami belegen. Von einer Seite her aufrollen und die Rolle in Frischhaltefolie fest einwickeln. Am besten im Kühlschrank ein paar Stunden sitzen lassen. Damit die Brotscheiben nicht austrocknen immer eine Rolle auf einmal: ausrollen, bestreichen, füllen, aufrollen. 
Zum servieren die Rollen in 4-5 Teile schneiden und mit einem Zahnstocher oder ähnlichem sichern. 
Mengangaben kann ich hier kaum machen, denkt einfach daran, wieviele Toastscheiben ihr so essen könnt und wieviel sonst auf dem Tisch steht. 

Und was ist mit euch? Bruncht ihr auch so gerne? So von vormittags bis nachmittags schlemmen und schnacken?

1 Kommentar:

  1. Wir freuen uns auch schon wie jeck auf den liebgewonnenen und wirklich schon traditionellen Oster-Bruch *dasWasserimMundzusammenlauf*

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