31. März 2012

Hefezopf in richtig lecker und Vorbereitungen zum Osterbrunch

Wenn ich damit anfange darüber nachzudenken, was ich für ein bestimmtes Ereignis kochen und backen könnte, dann wird die Liste endlos und mein GGG bekommt riesige Augen und räumt Zweifel im Angesicht von Vorbereitungszeit und anderen logistischen Problemen ein. Aber für Ostern steht eine Sache schon seit letztem Jahr fest: Der Hefezopf. 
An selbigen habe ich mich erst letztes Jahr zum ersten Mal getraut. Der Hefeteig war bis dahin nicht betretenes Terrain. Heute kann ich dafür gar keine überzeugenden Argumente mehr vorbringen. Dank der ausführlichen Beschreibung bei Friedas Hefezopf bin ich seit letztem Jahr begeisterte Hefeteilchenbäckerin. Zum Glück. 
Letztes Jahr sah das gute Stück so aus: 


Dazu gabs natürlich noch andere Leckereien, an die ich mich beschämenderweise gar nicht mehr erinnern kann. Dieses Jahr definitiv mit auf den Tisch kommt selbstgemachte Marmelade (von der besten Mutter der Welt), ein Rüblikuchen (von einem Freund, der den Kuchen schon vorab in den Himmel gelobt hat, ich bin gespannt) und bunte Eier von den hauseigenen Hühnern einer Freundin. Jetzt muss ich mich noch festlegen, was von meiner endlos langen Liste umgesetzt werden will. Ich plane da noch eine kleine Schweinerei (mal sehen, ob das überhaupt klappt) und ein paar altbewährte Lieblingsklassiker. Aber das weltweite Netz lockt mich mit immer neuen Leckereien: 

von Bridget bei  Bake at 350
Wie niedlich sind die denn bitteschön? (Bake at 350 ist im übrigen ein bodenloses Fass an kreativen Plätzchendekorations-Ideen. Bridget erklärt noch dazu ganz toll, wie was funktioniert, wann welche Farbe draufkommt, wie lange was trocknen muss, .... perfekt für alle ambitionierten Plätzchen-Dekorianer...)

Weil ja aber nicht nur Süß auf den Tisch kommen soll, bin ich im Moment vor allem an den herzhaften Möglichkeiten hängengeblieben:

von Steph vom KuLa
Eiersalat vom Kleinen Kuriositätenladen in superlecker und mit selbstgemachter Mayo unschlagbar auf dem Toast (ach apropos Toast, Brot für einen Brunch wäre bestimmt nicht verkehrt, oder?)

von Joy auf Joy the Baker
Eine leckere Quiche mit frischem Spargel wie bei Joy ist ja auch ziemlich unschlagbar. Allerdings, gibt es überhaupt schon Spargel? Hmmm, ansonsten kann man ja auf jeden Fall auf die saisonalen Leckereien zugreifen...

von Gourmande bei Gourmandises végétariennes
... und sowas feines wie die Bärlauch-Waffeln von Gourmande zubereiten. 
 
Ach, ich kann mich nicht so richtig entscheiden, da schwirren noch 100 andere Ideen in meinem Kopf herum. Aber ich habe ja auch noch eine Woche Zeit und muss auch mal schauen, was der Markt so hergibt. 
Und was plant ihr denn so für nächste Woche? Brunch oder Nachmittagskaffee? Eiersuche im Garten oder Picknick am See? Osternacht-Gottesdienst oder Fruchtbarkeitstanz ums Lagerfeuer?

28. März 2012

Endlich Beachtung für die kleinen grünen Perlen: Erbsen-Tarte

Ich könnte mich jetzt dafür entschuldigen, dass ich die kleinen grünen Dinger so lange unbeachtet und unterschätzt habe. Tu ich aber nicht, denn die Erbsen nehmen mir das gar nicht krumm. Wir konnten uns ziemlich schnell darauf einigen, dass ich einfach in Zukunft mehr mit ihnen machen soll. Is gebonkt.
Mal ganz ehrlich: ich weiß gar nicht wieso, aber ich habe bis vor kurzem gar nicht daran gedacht Erbsen zu holen und etwas mit ihnen zu kochen. Keine Dosen, keine tiefgefrorenen, keine frischen. Die grünen Perlen waren einfach nicht auf meinem Schirm. Und dann, vor ein paar Wochen, hat sich das schlagartig geändert. Da fand eine große TK-Erbsentüte ihren Weg zu mir und ich warf direkt eine Hand davon in ein Curry-Kartoffel-Pie. Und schwupps, da wars geschehen. Grüne Erbsen und Curry - mein persönliches Geschmackshighlight des letzten Monats. Also gab es diese Woche eine Erbsen-Tarte mit Curry (eine logische Konsequenz: Alles, was gut schmeckt, schmeckt in Tarteform nochmal besser - sehr ihr doch auch so, ne?).


Für 3-4 Personen:
In dieser Tarte steckt viel guter Geschmack, aber wenig Arbeit. Für den Boden 1 fertigen Blätterteig aus der Kühlung holen. Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze heizen.
Für die Füllung 1 Zwiebel ganz fein würfeln und in etwas Öl glasig dünsten, Temperatur auf mittel bis niedrig schalten. Die tiefgekühlten Erbsen hinzugeben (ich muss zugeben, ich weiß nicht wieviel, ich habe optisch abgeschätzt: wieviel passt in meine Springform, um sie ungefähr halb zu füllen? Sagen wir mal etwa 300-400gr.). Deckel drauf und die Erbsen ein paar Minuten tauen lassen, zwischendurch vorsichtig schwenken. Dann ordentlich Currypulver und etwas Salz drüberstreuen und alles gut durchschwenken, die Erbsen sollten nicht zerquetscht werden. 
Für den Guss 200gr Crème Fraîche und 50gr Sahne mit 1 Ei, Salz, Pfeffer und geriebener  Muskatnuss verrühren. 
Nun den Blätterteig mit dem Nudelholz ein wenig breiter ausrollen und eventuell auf der einen Seite einen Streifen abschneiden und diesen an der anderen Seite festmachen, damit ein Quadrat entsteht, das die Springform auskleiden kann. Die Ecken einfach ein wenig einfalten. Die Erbsen auf dem Teig verteilen und den Guss darüberschütten. 
Im heißen Ofen 30-35 min backen, bis der Blätterteig knusprig-gold-braun und der Guss fest geworden ist. 

Das Ende vom Lied: ich bin nun ein großer Fan der Erbsen geworden. Für mich sind sie im Moment mit Curry unschlagbar. Habt ihr Lieblingskomibantionen für Erbsen? Liebt ihr sie seit Jahren oder sind sie euch wie mir bislang irgendwie entgangen? (Ein bisschen traurig bin ich doch darüber, schließlich hätte ich schon jahrelang Erbsen mit Curry essen können...tststs)

26. März 2012

Frühlingsjäckchen Knit-Along 2012: Zwischenstand, die Zweite

Tja, meine Abalone ist fertig und ich freue mich schon so richtig sie ausgiebig zu tragen. Alles in allem ging es wirklich fix, vor allem dank dem schlichten Design. Glatt rechts und kraus rechts ist nicht gerade die Riesenherausforderung, aber dafür einfach eine schöne, sorgenfreie Strickerei und das ist auch mal ok. Das Anstricken der Ränder, vor allem vom Kragen, ist gar nicht so langwierig, wie ich zwischenzeitlich befürchtet hatte. 


Vor eine kleine Herausvorderung hat mich die Anleitung beim Abketten dann aber doch noch gestellt. Es wird nach dem i-cord cast off verlangt. Aha. Kenn ich noch nicht. YouTube sei Dank kein Problem. Ziemlich schnell bin ich auf dieses Video gestoßen und fand die Methode zwar aufwendig anzuschauen, aber machbar sollte es schon sein. Trotzdem hatte ich Zweifel, weil der Abschluss im Video so dick ausschaut. Naja, aber ausprobieren kann man es ja, aufribbeln geht bei nicht-gefallen immer noch. Diese Abkettmethode ist aber echt super. Der Rand wird weich und elastisch, zwar auch etwas dicker als beim normalen Abketten, aber ganz ohne aufzutragen.


Die einzige Näharbeit an dem ganzen Stück sind übrigens die Nähte der Schulterpartie. Mit Hilfe des Maschenstichs werden die stillgelegten Maschen ohne sichtbare Naht verschlossen. Diese Methode wird von Ingrid ganz fantastisch erklärt. Die größte Schwierigkeit ergibt sich darin die richtige Spannung im Faden zu finden. Zieht man zu fest, entsteht auf der Rückseite eine fühlbare Wulst und auf der Vorderseite ein unschöner Graben. Bleibt der Faden zu locker, entstehen entsprechende Löcher. Aber ich finde, ich habe das bei meinem zweiten Versuch schon ganz gut hinbekommen:

Quasi genau in der Mitte ist die Schulternaht, zu erkennen an den veschobenen Maschen rechts. Links oben befindet sich der Rundenwechsel hinten am Kragen und der Beginn und das Ende des I-Cord-Abschlusses (nicht so hübsch vernäht das I-Cord-Ende, wird aber Gott sei Dank von meinen Haaren überdeckt...)
Ich muss wohl noch gestehen: Mir hat Abalone solchen Spaß gemacht, dass ich direkt noch eine aus Drops Nepal angestrickt habe. Ist in der dicken Kuschelwolle zwar kein Frühjahrsjäckchen, aber mal schauen, ob ich die Nepal-Abalone nächstes Mal trotzdem auch schon präsentieren kann. Und dann habe ich auch noch einen Paulie auf den Nadeln. 
Und wie läuft es bei euch? Wie schauts aus? Habt ihr auch gerne verschiedene Projekte auf den Nadeln? Oder auch schonmal ein Teil in mehrfacher Ausführung gestrickt, weil es so schön und praktisch ist?
Und in drei Wochen kommt das große Posen. Hoffentlich bei strahlendem Wetterchen wie derzeit!

23. März 2012

Kleine Röllchen

Die Zierkirsche auf der anderen Straßenseite blüht. Der Tulpenverkauf läuft auf Hochtouren. Die Vögel zwitschern ohne Unterlass. So laut, dass sich letztens eine ältere Dame bei ihrer Freundin beschwert hat, das wäre jetzt aber zu laut. Ich kann die Fenster aufreißen, ohne zu erfrieren. Auf dem Balkon ruft der Geruch vom sonnengewärmten Holz Erinnerungen an Sommer-Sonntags-Frühstücke hervor. Zuerst aber müssen wir unseren Balkon aus dem Winterschlaf wecken, denn dort hängen noch die traurigen Reste der Tomaten- und Peperonipflanzen herum und der Tisch schaut auch nicht so freundlich aus wie das Wetter. Dieses Jahr das erste Mal selber Pflücksalate und kleine Wurzelgemüse großziehen. Der Jahreszeitenwechsel birgt stets aufregende Versprechungen auf neues und lange nicht mehr dagewesenes.
Aber auch Traditionen haben ihren Platz. In zwei Wochen ist Karfreitag und dann Ostern. Neben allen anderen Traditionen ist mir der Osterbrunch sehr lieb geworden. Brunchen überhaupt ist eine tolle Sache und wenn es nach mir ginge, könnten wir das jeden Sonntag machen. Weil das nicht unbedingt geht, sammle ich schon mal mögliche Häppchen im Kopf. Mir gefällt eine Mischung aus Kleinigkeiten und Größerem, Herzhaftem und Süßem. 


Eine feine Sache sind zum Beispiel solche gefüllten Toaströllchen. Nicht schwierig, nur etwas zeitaufwendig herzustellen. Dazu schnappt man sich ein paar Scheiben vom vorzugsweise weichsten Brot, das zu finden ist. Die Rinde wird entfernt (und eignet sich hervorragend zur Croûtons-Herstellung). Mit dem Nudelholz die Brotscheiben plattrollen. Für die Füllung sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt: Butter, Margarine, Senf, Tomatenmark, Frischkäse gleichmäßig und nicht zu dick aufstreichen. Mit den schönsten Salatblättern vom Markt, Kräutern, hauchdünnen Gurken-, Paprika-, Mörenscheiben oder auch Räucherfisch, Schinken, Salami belegen. Von einer Seite her aufrollen und die Rolle in Frischhaltefolie fest einwickeln. Am besten im Kühlschrank ein paar Stunden sitzen lassen. Damit die Brotscheiben nicht austrocknen immer eine Rolle auf einmal: ausrollen, bestreichen, füllen, aufrollen. 
Zum servieren die Rollen in 4-5 Teile schneiden und mit einem Zahnstocher oder ähnlichem sichern. 
Mengangaben kann ich hier kaum machen, denkt einfach daran, wieviele Toastscheiben ihr so essen könnt und wieviel sonst auf dem Tisch steht. 

Und was ist mit euch? Bruncht ihr auch so gerne? So von vormittags bis nachmittags schlemmen und schnacken?

18. März 2012

Plüschige Pluschki

Der Duft von geschmolzener Butter, karamelisiertem Zucker und warmen, weichem Hefegebäck... das sind Pluschki. Weich und knackig, süß, warm und ein wahres Träumchen. Mein Lieblingsgebäck seit Kindheitstagen und wahrscheinlich für immer. Ich würde euch sehr gerne die kulinarischen Wurzeln dieses Gebäckes näher bringen  - allerdings kenne ich sie nicht. Vielleicht ist es ein russisches Gebäck, vielleicht ein mitteasiatisches, vielleicht eine deutsch-russische Variante von irgendwas anderem. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass meine Familie schon immer Pluschki gebacken hat, seit ich denken kann, zu wahrscheinlich jeder Familienfeier und dass mit Pluschki für mich immer alles gut war.
Pluschki könnte man vielleicht mit Zimtschnecken vergleichen. Auch hier geht es um geschmolzene Butter und Zucker und Hefeteig. Aber Pluschki sind doch ganz anders. Durch die Falttechnik entstehen knusprige Stege und flaumig-weiche Buchten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Pluschki zu falten, aber ich beherrsche nur eine und das ist auch meine Lieblingsvariante und die, die ich heute zeige. Das Falten ist im Grunde sehr einfach und schnell erledigt aber vielleicht etwas kompliziert nur mit Worten zu verstehen und ich hoffe, dass die Bilder vom Falten euch helfen.


Für 8-10 Stück:
Als erstes wird ein Hefeteig angefertigt. 250gr Mehl und 1/2 Tl Salz in eine große Schüssel sieben. In einem Rührbecher in 120ml warmer Milch 10gr frischer Hefe und 1 El Zucker auflösen. 1 kleines Ei darin verquirrlen. Die Milchmischung und 40gr weiche Butter zum Mehl geben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Ich mache das immer zuerst mit einer Gabel, bis sich die Flüssigkeit mit dem Mehl verbunden hat und knete dann mit den Händen mehrere Minuten weiter, bis der Teig nicht mehr an den Händen klebt und schön geschmeidig ist. Den Hefeteig nun abgedeckt etwa 1 Stunde ruhen lassen.
Den Backofen auf 175°C Ober/Unterhitze vorheizen.
Nun kann alles vorbereitet werden, damit beim Falten nichts fehlt: Erstmal etwa 2 El Butter schmelzen lassen und mit einem Pinsel bereitstellen. Zucker und einen Teelöffel bereitstellen. Ein scharfes kleines Messer ebenfalls dazulegen. Ein Blech mit Backpapier versehen und in der Nähe plazieren.


Vom fertigen Hefeteig ein etwa Ei-großes Stück abzwacken.
Mit den Händen das Hefestück zu einem Kreis von etwa 10 cm Druchmesser drücken.
Diesen Kreis großzügig mit der flüssigen Butter bepinseln und gleichmäßig mit etwa 1 Tl Zucker betsreuen.


Nun kommt das Falten: die rechte Seite zu einem Drittel einklappen, die linke Seite darüberfalten.


Nun das obere Ende zum unteren falten und ...


...mit dem Messer das Hefeteilchen vom dicken Ende her zu etwa 2/3 einschneiden.


Jetzt das  Stück aufs Blech legen und an der Schnittstelle auseinanderklappen. Vor euch liegt nun etwas, das acht- oder schmetterlingsförmig sein sollte. 


Formt auf diese Weise immer ein Ei-großes Hefestück. Lasst zwischen den Teilchen auf dem Blech genügend Platz, da sie im Ofen nochmal stark aufgehen. Wenn das Blech voll ist, könnt ihr die Seiten vorsichtig mit Milch oder zerschlagenem Ei bestreichen.
Die Pluschki brauchen etwa 12-17min. Sie sind fertig, wenn sie von oben und unten golden-braun sind.


Der Duft dieser Teilchen wird euch den Verstand rauben! Sie schmecken noch leicht warm am besten, dann ist der Unterschied zwischen den knackigen Zucker-Stellen und dem weichen Inneren am größten. Luftdicht verpackt sind Pluschki aber auch am nächsten Tag ganz wunderbar. Butter und Zucker schmelzen dann zu einem süßen Sirup zusammen, der einfach himmlisch ist... Wer mag, mischt dem Zucker noch Gewürze bei: Zimt, Nelken, Muskat, Ingwerpulver, was euer Herz begehrt.
Ich könnte euch ewig davon vorschwärmen, aber ihr solltet Pluschki einfach selber machen und sehen, was ich meine...

14. März 2012

Gebackene Paprika mit Kichererbsen und Räuchertofu

Ganz ehrlich: Ich bin kein großer Freund von Diäten. Hungern und mir Dinge verbieten, das ist nicht mein Ding. Auf meine Ernährung achten und mich mit gesunden Rezepten beschäftigen allerdings schon. Daher habe ich mir letztes Jahr im Januar das erste Mal die Brigitte mit dem "Diät"-Extra geholt. Und festgestellt, dass sich da einige ganz tolle Rezepte finden lassen. Viel, also wirklich viel Gemüse wurde da verarbeitet und mein Geliebter und ich wurden mit jedem "Diät"-Rezept auch wirklich satt. Einige davon haben auch tatsächlich den Sprung in mein Alltagsrepertoire geschafft. Alles in allem eine positive Bilanz meiner ersten Brigitte-"Diät". 
Dank dieser positiven Erfahrungen habe ich mir auch die diesjährige Brigitte-Diät-Ausgabe geholt. Gut, dass die Ausgabe letztes Jahr so gut war, denn die Begeisterung hielt sich beim Durchblättern dieser Ausgabe leider ziemlich in Grenzen. Nur ein Rezept, das fiel mir sofort auf und ließ mich nicht mehr los. Die gefüllten und im Ofen gebackenen Paprika. Ich liebe gefüllte Paprika in allen Variationen. Und dieses Rezept ist eindeutig auch alltagstauglich. Und es lässt sich prima auf mehrere Personen hochrechnen oder nur für einen hungrigen Magen zubereiten. Allround-Talent würde ich sagen. 
Wie gesagt, die Idee stammt aus dem Brigitte-Diät-Extra 2012, allerdings wird es in meiner Version deutlich mehr Kalorien haben als im Heft. Aber wer mag sich schon gerne mit so komischen Tierchen wie Kalorien beschäftigen?


Für zwei Personen: 
2 große rote Paprikaschoten waschen und vorbereiten: oben einen Deckel abschneiden und die Schote von den weißen Innereien und Kernen befreien. Eine kleine Auflaufform einfetten und die ausgehöhlten Schoten schonmal hineinstellen. 
Den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen. 
Für die Füllung ein bisschen Schnibbelarbeit erledigen: 1 kleine Dose Kichererbsen (200gr) abgießen und gut abtropfen lassen. 2-3 Kartoffeln (etwa 200gr) schälen und in Kichererbsen-große Würfel schneiden. 50gr Räuchertofu genauso klein würfel. 1 kleine Zwiebel etwas feiner würfeln. Alle drei Zutaten zusammen in einer großen Pfanne in wenig Öl anbraten, 2 Knoblauchzehen dazudrücken und alles ein paar Minuten dünsten lassen, bis die Kartoffeln fast gar sind. Die Mischung mit Salz, Pfeffer und Curry abschmecken. Herd ausschalten, aber die Pfanne noch darauf stehen lassen.
50gr Gouda reiben und über die Kartoffelmischung streuen. 1 Ei mit 1 Schuss Sahne verquirlen und in die Pfanne geben. Die Füllung gut verrühren und in die Schoten füllen. Den Paprikadeckel wieder auf die Schoten legen und mit Olivenöl bestreichen.
Was von der Füllung nicht reinpasst einfach drumherum verteilen. 
Nun noch 150ml Brühe in die Form angießen und die gefüllten Paprika im heißen Ofen etwa 30min. backen lassen.
Die Füllung lässt sich super einfach variieren. Zusätzlich noch Zucchini, Pilze oder Auberginen machen sich bestimmt gut. Statt des Curry getrockneten Rosmarin oder Thymian benutzen. Anstatt Käse in die Pfanne zu geben, einfach auf die offenen Schoten streuen und keinen Deckel drauf tun. Hier eignet sich bestimmt auch Camenbert ganz prima, den man dann erst für die letzten Minuten im Ofen drauf tut. Der Räuchertofu kann natürlich auch durch Schinken oder Speck ersetzt, oder ganz einfach ersatzlos gestrichen werden. Ooooder, knackige Croutons zubereiten und zum drüberstreuen mit auf den Tisch stellen.
Holt euch für eure nächsten Gäste eine große Portion Paprikaschoten und serviert eine farbenfrohe Auflaufform mit gefüllten Schoten aus dem Ofen - niemand muss wissen, dass das ursprünglich ein Diätrezept war...

12. März 2012

Frühlingsjäckchen Knit-Along 2012: Zwischenstand, die Erste

Nach der tollen Maschenprobe konnte ich es kaum erwarten meine Abalone anzuschlagen. Und dann ging das alles auch ganz fix. Die Konstruktion des Jäckchen ist relativ simpel, aber sehr effektiv. In den ersten Reihen werden in jeder Reihe zwei Maschen zugenommen, bis sich die Maschenzahl fast verdoppelt hat (es geht von 54 auf 98 Maschen). Von hier an gehts nur noch geradeaus, glatt rechts, 40cm lang bis zu den Armausschnitten. Strcken mit Muster macht Spaß, sehr schnell Ergebnisse sehen aber auch.


Nach knapp 32cm kam dann meine erste Hürde: das erste Knäuel war verstrickt und das zweite musste her. Grrrr. Ich hasse diesen Punkt immer, denn ich bin total grottig im Fäden ordentlich vernähen. Bei Schafswolle oder anderen Gemischen halte ich mich daher mittlerweile ans verknoten, wie Jane Richmond es hier so gut erklärt. Diese Methode funktioniert ganz fantastisch und hat mich, seit ich sie kenne, noch nicht im STich gelassen.


Beim Baumwollgarn ist das aber vielleicht nicht die beste Lösung. Das Vergleichsfoto zeigt oben das Baumwollgarn, unten Nepal von Drops. Man sieht hier hoffentlich ganz gut, dass der Knoten sich beim Baumwollgarn deutlich vom Faden abhebt, während der Knoten in der Schafswolle/Alpaka-Mischung keinen größeren Durchmesser hat als der Wollfaden selbst. Bei dem Baumwollgarn verschwindet der Knoten also nicht im laufenden Garn und ich befürchte sehr, dass er sich ziemlich rasch auflösen würde, da das Garn ja so glatt ist. Ich habe es jetzt versucht so zu lösen, dass ich an einem Reihenende das Knäuel wechsle und die beiden Fäden nach ein paar Reihen mit dem neuen Knäuel verknote und doch vernähe. 
Mal schauen, wie das am Ende klappt und ob es zu sehen ist. Griffige Schurwolle ist mir an dem Punkt dann doch lieber.
Wie löst ihr das mit dem neuen Knäuelwechsel/Fädenvernähen eigentlich? 
Und wie läuft es bei Cat und den anderen so? Erste Probleme oder glattes Durchkommen?

11. März 2012

Goldige Dumplings

Ihr kennt das bestimmt auch: Ideen, die einem lange Zeit im Kopf herum schwirren. Es fängt mit einem leisen Gedanken an, irgendwo inspiriert durch ein Bild oder einen Geruch. Dann wird die Idee aber erstmal von allen Seiten betrachtet. Wird durch weitere Eindrücke genährt und reift heran. Und dann, zur richtigen Zeit, kann sie endlich umgesetzt werden. 
Mir ging das so mit Dumplings. Das sind Teigtaschen. Diese Teigtaschen sind mir in den letzten Monaten immer wieder über den Weg gelaufen. Verschieden gefüllt, verschieden zubereitet. Aber wie ich sie machen wollte, war mir die ganze Zeit nicht klar. Sowas braucht halt manchmal Zeit.
Zeit brauchen auch Teigtaschen. Sie machen eine Heidenarbeit. Aber ich mag Teigtaschen. Am liebsten große. Gestern hatte ich also endlich die Zeit dafür und auch den Masterplan, was wie gemacht werden sollte. Für den Teig habe ich mich an dieses Rezept gehalten, für die Füllung und die Zubereitung musste dieses herhalten.


Für 2 hungrige Personen: 
Die Füllung wird aus roten Linsen hergestellt. Sie sind schnell gekocht und haben dann eine schön mehlige Konsistenz. Die Füllung am besten einige Zeit vor den Taschen zubereiten, da sie noch abkühlen sollte. 
In einer mittleren Pfanne ein wenig Öl erhitzen und 1 in kleine Würfel geschnittene Zwiebel darin glasig dünsten. 1 Knoblauchzehe dazudrücken. Nach belieben Gewürze mit reingeben, z.B. Currypulver, Paprika edelsüß, Cayennepfeffer und Szechuanpfeffer. 200gr rote Linsen beigeben und mit der doppelten Menge Wasser bedecken. Das Salz nicht vergessen! Aber nicht zuviel salzen, die Füllung kann später ja noch nachgesalzen werden. Nun brauchen die Linsen etwa 10min bis sie weich sind und das Wasser aufgesogen ist. Mit einem Holzlöffel lässt sich das ganze gut zu einem festen Püree zerdrücken. Nochmal abschmecken. Fehlt noch Salz, Pfeffer oder Curry? 


Für den Teig 200gr Mehl mit 1/2 Tl Salz und 100ml heißem Wasser gut verkneten. Wenn er schön geschmeidig ist, den Teig in Frischhaltefolie einschlagen und etwa 30min ruhen lassen. 


Ist alles abgekühlt und ausgeruht kann endlich mit dem Ausrollen, Füllen und Falten begonnen werden.  Damit der Teig gleichmäßig aufgeteilt ist, habe ich ihn halbiert, nochmal halbiert und diese Viertel dann in fünf gleiche Teile geschnitten. Der Teig ist ziemlich fest und trocknet rasch aus. Daher habe ich immer nur 5 Taschen auf einmal gemacht. 


Also, jedes Teigstück wird auf einer gut bemehlten Oberfläche möglichst rund und sehr dünn ausgerollt. 


Geduld und mehrfaches Nachmehlen sind von Vorteil. Aber im Grunde sieht man den fertigen Teigtaschen später kleine Unregelmäßigkeiten nicht an. Also bloß kein Stress! 


In die Mitte jedes Kreises kommt etwa 1 El Füllung. Damit beim Zusammenfalten alles hält einfach den eigefinger etwas nass machen und damit über die Ränder streichen. Den kreis in die eine Hand nehmen, zum Halbmond zusammenfalten und dabei möglichst viel Luft mitrausstreichen. Nun auf einer Seite anfangen und den Rand entlang kleine Falten zusammendrücken. Die Teigtaschen auf ein bemehltes Brett legen und dabei leicht aufdrücken, damit eine flache Unterseite entsteht. 


So alle Teigtaschen formen. Insgesamt haben bei mir der Teig und die Füllung für 20 Stück gereicht. 
Nun gehts ans garen. Eine große, beschichtete Pfanne bei hoher, aber nicht der höchsten Temperatur erhitzen und etwas Öl hinein geben. Nun die erste Hälfte der Dumplings hineinsetzen. Dabei darauf achten, dass 1. sich die Teigtaschen nicht berühren, da sie sonst aneinander festkleben und 2. unter jeder Teigtasche etwas Öl ist, damit sie nicht an der Pfanne festkleben. Wenn die Teigtaschen von unten  leicht angebräunt sind einen passenden Deckel in die eine Hand nehmen und mit der anderen Hand etwa 80ml Wasser in die Pfanne gießen. Deckel SOFORT auflegen, da das möglicherweise herumspritzende Öl wirklich weh tun kann!
Die Temperatur kann jetzt auf eine niedrige Stufe geschaltet werden. Nach 5-8min ist das Wasser zu einem großen Teil weg und die Taschen fertig gedämpft. Den Deckel jetzt einfach von der Pfanne nehmen und das Restwasser verdunsten lassen. Die Taschen evtl. vorsichtig mit einem Holzlöffel vom Boden lösen und aus der Pfanne nehmen.


Falls die Dumplings auf der Unterseite noch zu hell sind die Temperatur nochmal kurz hochschalten und ein wenig anbraten lassen. 


Die Taschen schmecken gut mit einem Dip aus Joghurt, zerdrücktem Knoblauch, etwas Salz, Paprikapulver und ein wenig Olivenöl. Oder mit Sriracha. Oder mit einfachem Tomatenketchup (mein Favorit, auch wenn es gecheatet ist). Auch eine gute Verwendungsidee ist diese Suppe bei The Vegetarian Diaries.


Der Aufwand mit dem selbstgemachten Teig ist relativ hoch, lohnt sich aber definitiv. Wer es schneller haben will (oder anders als ich einfach mal einen Tag VOR der Zubereitung daran denkt), holt sich Wantanteig aus dem Asialaden.
Die  Füllung aus roten Linsen ist echt klasse. Allerdings muss ich gestehen, dass ich saftige Füllungen ein bisschen lieber mag. Das nächste Mal würde ich etwas Öl unterrühren oder nur 150gr Linsen garen und dafür noch etwas ganz fein geschnibbeltes Gemüse unterkneten
Statt der roten Linsen kann ich mir auch noch gut andere mehlige Füllungen vorstellen, zum Beispiel Kichererbsen oder Kartoffeln, aber auch gedünsteten Kohl oder Kürbispüree. Die Füllung muss auf jeden Fall von vornherein gar sein, denn die Zeit in der Pfanne ist nur zum garen und knusprig werden des Teiges gut. 

Hm, welche Füllungen könnt ihr euch denn so vorstellen? Und welche wäre die ultimative Sauce dazu?

4. März 2012

Der ganz große Grusel, oder: Was gibts heut zum Snacken?

Der Weltraum - unvorstellbar groß. In einer Zeit, in der der Mensch auch unvorstellbar weit vordringen kann, ist eine Frachter-Crew auf dem Weg zurück zu Erde. Doch sie werden aus ihrem Kälteschlaf geweckt, da ihr Raumschiff ein vermeindliches Notsignal aufgefangen hat. Fern von jeder Zivilisation, unendlich weit entfernt von jeder möglichen Hilfe begegnet die Crew der Nostromo dem puren Grauen.        


Mir läuft immer ein eiskalter Schauer den Rücken runter, wenn ich an den Film denke (und der zweite erst...). Und jetzt lese ich auch noch die Bücher. Und obwohl ich ganz genau weiß, was passiert, grusel ich mich trotzdem. Und obwohl ich vor lauter Grusel sage, dass ich nicht weiterlesen kann, tue ich es trotzdem. Und obwohl ich immer rufe "Nein, steig nicht in das Loch hinunter", tut Kane es trotzdem. Tja, hier scheint keiner aus der Geschichte zu lernen. Aber es macht Spaß! 
Noch mehr Spaß machen spannende Bücher und Filme, wenn ich dabei snacken kann. Chips oder Flips sind super, aber noch besser sind diese gebackenen Kichererbsen, die ich bei Joy the Baker entdeckt habe. Minimaler Aufwand - maximaler Knabberspaß.


Für einen Gruselabend: 
1 Dose Kichererbsen (200gr) in ein Sieb kippen, mit Wasser abspülen und gut abtropfen lassen. 
Den Ofen auf 180°C vorheizen. 
Die Kichererbsen in einer Schüssel mit 1 El Olivenöl, jeweils 1 mehr oder weniger große Prise Salz, Kumin, Paprika Edelsüß und Cayennepfeffer mischen. Wieviel ihr wovon nehmt, ist ganz euch überlassen. Fangt mit wenig an und porbiert einfach, ob euch die Würzung gefällt oder ob noch was fehlt.
Die gewürzten Kichererbsen in einer Lage auf einem Blech mit Backpapier verteilen und im heißen Ofen etwa 20min backen. Die Kichererbsen werden teilweise aufspringen, also keine Sorge, wenn ihr es ploppen hört. Mir ist allerdings eine Erbse vom Blech runter gesprungen und das ist dann nicht sooo gut. 
Die Kichererbsen gut abkühlen lassen und nach belieben snacken. Sie sind nicht superknusprig, aber wer Kichererbsen mag, wird das lieben. 
Das nächste Mal werde ich sie mit Currypulver würzen, oder vielleicht auch mal mit Knoblauch und fein gemahlenen getrockneten Kräutern? Und dann kann ich mir diese Dinger auch gut auf einem grünen Salat vorstellen. 


Achja, und wer die Alien-Filme mag, sollte sich mal den Trailer für Prometheus anschauen. Uiuiui.
Und wer sich lieber weniger gruselt schaut sich Walletheus an.

1. März 2012

Damit das Wochenende schneller kommt...

...hier schonmal was für die gute Laune:



Walk off the Earth mit From Me To You von den Beatles. Ich find die einfach klasse (also beide, WOTE und die Beatles)
Macht euch eine schöne Restwoche!