20. Januar 2012

Echt bitter: Kohlsalat und seine Grenzen

Normalerweise sind Reste ja kein großes Problem. Das meiste lässt sich im Kühlschrank abgedeckt mindestens zwei Tage aufbewahren. Ein großer Pluspunkt ist es dann, wenn man nach einem stressigen Tag (oder einem Unlust-Tag) ohne großes Kochen ein leckeres, selbstgemachtes Essen auftischen kann. 
So etwas geht dann aber auch schonmal gerne schief. In meinem Fall gings mit dem Krautsalat vom Burgeressen schief. Die Portion war so groß, dass ich sie aufgeteilt und eine Hälfte meinen Eltern für den Besuch am nächsten Tag mitgegeben habe. Die andere Portion sollte auf uns für den übernächsten Tag im Kühlschrank warten. Perfekt geplant, dachte ich. Zwei Tage später also hole ich schon mittags den Salat raus, um mal so zu probieren (man könnte es auch Naschen nennen). 
Doch - oh Schreck - der Salat war echt bitter geworden. Zum Würgen bitter. Das war mir noch nie passiert. Schnell meine Mutter angerufen und nachgefragt, ja doch auch deren Portion war bitter, und zwar schon am Tag zuvor, als die Gäste da waren (was mir echt leid tat, so war das ja nicht gedacht gewesen....). Aber meine Mutter meinte, der Salat braucht nicht weggeschmissen zu werden, sondern nur neu zubereitet. Habe ich gemacht, lief besser, als ich dachte und so hatten wir am Ende doch noch ein gutes Essen und auch ein gutes Gewissen, weil wir nichts wegwerfen mussten. 
Hier nochmal der bitter-böse Salat, vom Endprodukt habe ich leider diesmal kein Foto, aber das Rezept funktioniert auch ohne. 


Für eine Schüssel voll bitterem Krautsalat, oder einen kleinen, frisch aufgeschnittenen Kohl: 
In einer großen Pfanne 1 El Butter und 1 El Olivenöl erhitzen. 1 gewürfelte Schalotte und 1 zerdrückte Knoblauchzehe darin glasig dünsten. Das Kraut zugeben und einige Minuten unter gelegntlichem Rühren erhitzen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich Sorge wegen dem Dressing vom Salat, es gab aber absolut keine Probleme damit (im Sinne von Gerinnen oder sauer-werden). 
Nun 1 Tl Zucker und 1 El milden Essig beitun und unterühren. Wenn der Essiggeruch verflogen ist, 2 El Tomatenmark einrühren und das Ganze mit 1 Dose zerstückelter Tomaten ablöschen. Falls zuwenig Flüssigkeit in der Pfanne ist, noch etwa 1/2 Tasse Wasser dazugeben. Nun mit 1 Lorbeerblatt, Salz und Pfeffer würzen und 20 min mit geschlossenem Deckel leicht köcheln lassen. 
Ein scharfes Abschmecken mit Chili passt auch super dazu! 
Mir ist echt ein Stein vom Herzen gefallen, als ich probiert habe und absolut nichts bitter war. Die Sauce war wirklich köstlich. Sie lässt sich eben auch ohne bitteren Krautsalat zubereiten und passt hervorragend zu Stampfkartoffeln. So im Sinne von Kraut und Brei.

Ich hoffe, dass das irgendwem hilft, wenn der Krautsalat bei euch bitter sein sollte. Mir hat das sehr geholfen, denn ich finde es immer doof, wenn Essen weggeschmissen werden muss. Woran es letztendlich lag, dass das Kraut nicht mehr bitter war, weiß ich nicht, aber ich vermute am Zucker oder am Kochen. Habt ihr noch andere Kraut-Rettungs-Tipps?

Kommentare:

  1. Hallo Remy, vielen Dank für den tollen Tipp - ich habe gestern Krautsalat gemacht und war heute morgen enttäuscht, weil er so merkwürdig bitter schmeckte (liegt das eigentlich am Kohl?) - glücklicherweise hatte ich alle Zutaten für die Überarbeitung da und jetzt schmeckt der Salat sehr, sehr lecker! Viele Grüße Britta

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  2. Hallo Remy,

    danke für den Tipp, bei mir ging die Schärfe soweit zurück, dass ich den Kohl ohne Probleme essen konnte. Lag vielleicht auch daran, dass ich Tomatensauce sehr gerne esse.

    Viele Grüße
    Thomas

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