18. Juli 2011

Süße Hefeteilchen

Süßer Hefeteig ist ja genauso vielseitig wie Plätzchenteig. Ob als Weckmänner an Sankt Martin, als Zopf an Ostern oder als abstrakte Figuren, die man in der Koch-AG in der 5. Klasse macht, zu fast jedem Anlass lässt sich süßer Hefeteig verarbeiten. Und ich habe die fertigen Teilchen auch immer mit absoluter Begeisterung gegessen. Aber selber Hefeteig machen, da habe ich mich erst vor wenigen Monaten drangetraut. Der Entstehungsprozess von luftig-fluffigem Hefeteig hatte für mich eher etwas mystisches an sich, für dass man wahrscheinlich bestimmte Zaubersprüche oder Regentänze kennen sollte. Und die kannte ich einfach nicht. Doch dann habe ich mich Ostern einfach mal an einen Hefezopf rangetraut und was soll ich sagen? Seitdem bin ich begeisterte Hefeteigteilchen-Bäckerin.
Eine besonders einfach Art, Hefeteilchen zu machen, sind kleine Brötchen, die super zum Nachmittagskaffee oder zur sonntäglichen Frühstückstafel passen. Und weil die Dinger nicht nur lecker, sondern auch ganz einfach zu machen sind (ganz ohne Regentanz oder ähnliches) zeige ich hier ein simples, aber effektives Rezept:
Eine gute Vorbereitung ist gerade beim Backen schon die halbe Miete. Daher als erstes in eine große Schüssel 500 gr. Mehl sieben, 1 Tl Salz darüber streuen und 80 gr. weiche Butter zutun.


In einem Rührbecher werden 250 ml lauwarme Milch (vorsichtig auf dem Herd bei niedriger Temperatur erhitzen, die Milch sollte so Handwärme haben), 70 gr Zucker und 1/2 Würfel frische Hefe verquirlt, bis sich die Hefe und der Zucker aufgelöst haben. Schließlich noch 1 Ei mit hineingeben und ebenfalls gut verquirlen.
Die Flüssigkeit kommt nun direkt in die Schüssel mit dem Mehl. (Es wird hier kein Vorteig oder ähnliches gebraucht, was ich persönlich echt super finde.) Weitere Zutaten werden gar nicht mehr benötigt, es ist jetzt schon alles zusammen, was zusammen gehört.


Das Verkneten ist eine zunächst sehr klebrige Angelegenheit (ich mache das immer mit den Händen, da ich keine Küchenmaschine habe, die das für mich erledigen könnte, was aber auch gar nicht so schlecht ist, da ich so die Konsistenz vom Teig immer unter Kontrolle habe), aber nach einer Weile merkt man, wie der Teig immer weniger klebt und sich zu einer geschmeidigen Kugel formen lässt. Am Anfang hält man das gar nicht für möglich, aber nach so 5-10 Minuten sieht der Teig ungefähr so aus:


Nun sollte der Teig in Ruhe und an einem warmen Ort so lange gehen, bis er ungefähr das doppelte Volumen hat. Das ist immer einer der aufregendsten Zeitpunkte beim Hefeteig, denn es scheint wirklich wie Zauberei zu sein... Wie auch immer. Die für mich beste Methode, dem Teig eine schön warme und Zugluft-freie Umgebung zu schaffen, ist es, ihn in den Ofen zu stellen. Dafür decke ich die Schüssel mit dem Hefeteig mit einem gut durchfeuchteten, sauberen Geschirrtuch ab (das ist wichtig, damit er an der Oberfläche nicht austrocknet) und stelle sie auf das Rost in den auf etwa 35° vorgeheizten Ofen. Ob es bei mir wirklich 35° sind, kann ich nicht genau sagen, denn unser Ofen lässt sich nur sehr ungenau einstellen. Im Ofen sollte es auf jeden Fall kuschlig warm sein. So braucht der Teig nur eine gute 3/4 Stunde, um auf das doppelte Volumen anzuschwellen.



Der Hefeteig ist jetzt bereit, um geformt, gebacken und aufgegessen zu werden. Der Lebensweg des gewöhnlichen Hefeteigs geht da ziemlich streng vorgegebene Bahnen... direkt in meinen Magen (oder den von Euch).


 Eine schöne Sache, um süße Teilchen zu portionieren, ist es, Muffinförmchen zu gebrauchen. Diese werden mit Hefeteigkugeln gefüllt, die etwa die Hälfte der Förmchen (in diesem Fall ganz fantastische Silikonförmchen von GU) einnehmen. Mit dem hier angegebenem Rezept können 18-20 Förmchen gefüllt werden. Für einen schönen Glanz und die karamellene Bräunung habe ich die Teilchen vor dem Backen mit einem verschlagenem Ei bestrichen.


Nach 15-20 min im auf 160° Ober-/Unterhitze vorgeheizten Ofen sehen die Teilchen dann so aus. Bitte ruhig nach 15 min nachschauen, ob die Teilchen schon braun sind, und evtl. den Ofen runterschalten, damit sie nicht vielleicht nach 20 min schon zu Brennstoff für den Kamin werden. Ich bin da immer lieber ein bisschen vorsichtig.
Ob der Teig wirklich durch ist, kann man daran erkennen, dass die Unterseite ebenfalls leicht gebräunt ist und es sich hohl anhört, wenn man leicht mit einem Fingerknöchel dagegenklopft (das hört sich vielleicht total seltsam an, dass man auf Hefeteilchen klopfen soll, aber es funktioniert tatsächlich).
Ist alles gut gegangen lassen sich die Brötchen nach dem Abkühlen mit leckerer, am liebsten selbstgemachter Marmelade, Nutella, Butter oder einfach so genießen. In einer luftdichten Verpackung sind sie auch am nächsten Tag noch schön weich und fluffig.
Am allerbesten schmecken mir Hefeteigteilchen aber genau dann, wenn sie gerade so abgekühlt sind, dass man sich nicht mehr den Gaumen verbrennt. Ich weiß, das sollte man nicht tun, aber wer kann dem schon widerstehen?

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