30. Dezember 2011

Tarte mit Räucherlachs und Tomaten

Das Jahr ist fast vorbei und ich bin mal wieder erstaunt, wie schnell es rumgegangen ist. Dabei ist dieses Jahr in meinem Leben wirklich viel passiert und ich bin schon sehr gespannt, was 2012 bringen mag. 
Eine schöne Neuerung brachte der vergangene Sommer mit sich, als ich mit ÜBERKOCHEN anfing. Man, war ich aufgeregt. Zuvor hatte ich einige Monate mit dem Gedanken gespielt, das zu machen und es immer wieder verworfen. Nun mag ich diesen Blog aber nicht mehr missen. Zum einen habe ich viel Spaß beim schreiben, finde die Fotos, die mein Geliebter vom Essen macht sooo schön und entwickle mit noch mehr Elan neue Rezepte. Zum anderen freue ich mich wie Bolle über jeden Kommentar und vor allem über die Arbeitskollegen meines GGG und meine Freunde, die immer so nett meine Posts verfolgen (ihr Lieben, ihr dürft euch schonmal über neue, reale Leckereien im nächsten Jahr freuen). Aber ganz besonders freue ich mich über jeden einzelnen Leser, dass überhaupt jemand hierher gefunden hat, finde ich wahnsinnig schön. Ihr seht, ich freue mich und freue mich und freue mich. 
Im Sommer hat auch meine heißgeliebte Tarteform Einzug in meine Küche gehalten. Auch die möchte ich nicht mehr missen. Das letzte Werk mit diesem Gerät war eine Tarte mit Räucherlachs - schmackofaz. Mit dem Rezept verabschiede ich mich für dieses Jahr von euch. Ich wünsche euch allen einen schönen Silvesterabend morgen und einen guten Start  in das Jahr 2012, mit viel Gesundheit, Glück, Liebe und erfüllten Wünschen! 


Rezept für eine 28-cm-Tarteform:
Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. 
Den Quark-Öl-Teig habe ich wie hier zubereitet. Aber es passt auch ein Mürbteig dazu. Der Quark-Öl-Teig ist weniger mächtig und passt daher vielleicht ganz gut in diese Zeit voller großer mächtiger Essen.
Den Teig also ausrollen und in die mit Backpapier versehene Tarteform legen. Darauf wird etwa 150-200gr klein geschnittener Räucherlachs verteilt.
Für den Guss 100gr Quark und 50ml Sahne mit 1 Ei vermengen. Salzen und pfeffern. Den Guss über dem Fisch verteilen und noch eine gute Handvoll halbierte kleine Datteltomaten darauf verteilen. Zum Schluss ein wenig Käse reiben und drüber streuen und damit die Leichtigkeit des Quark-Öl-Teiges killen.
Die Tarte etwa 20-25min im heißen Ofen backen.
Eine Tarte dieser Größe reicht in unserem Zwei-Personen-Haushalt für zwei Mahlzeiten. An diesem Tag war aber mein werter Herr Bruder da. Und mein werter Herr Bruder hat sage und schreibe die halbe Tarte aufgegessen. Ich denke, dass sagt alles zu dieser Tarte. Probiert es mal aus und lasst es euch schmecken! 

28. Dezember 2011

Spaghetti mit Sauerkraut und Räuchertofu

Bei uns zu Hause gab es Sauerkraut vor allem mit Kartoffelbrei. Frage: Kinder, was wollt ihr? Antwort: Kraut und Brei!!! Yummi. Aber Kraut und Nudeln? Hmmm, es gibt Kombinationen, bei denen ich zunächst etwas skeptisch bin. Einfach, weil ich sie mir erstmal nicht so ganz vorstellen kann, denn in meinem konditionierten Kopf gibt es auch beim Essen immer noch ganz klare Zugehörigkeiten. Naja gut, die meisten habe ich anscheinend abgelegt, denn trotz angestregntem drüber nachdenken fallen mir keine weiteren Beispiele ein. Aber ihr wisst was ich meine. 
Jedenfalls hat mich dieses Rezept sehr schnell angesprochen, aber wie gesagt, da war diese Barriere in meinem Kopf. Ein sehr lieber Kollege hatte dann das Rezept aber mal ausprobiert und war schlichtweg begeistert. Und in meinem Kopf nistete sich der ganz starke Wunsch nach Kraut und Nudeln ein. 
Eine ganz andere Sache ist der Räuchertofu. Ich hab nichts gegen Tofu einzuwenden, habe aber tatsächlich bisher noch nie selber welchen zubereitet (es gab da allerdings mal dieses Sojahack...wir wollen nicht drüber reden...). Bei mangelnder Erfahrung mit einem speziellen Produkt bin ich für Hinweise stets dankbar. The Vegetarian Diaries hat mir den Räuchertofu von Alnatura empfohlen. Der Geruch beim Öffnen der Packung ist intensiv nach Geräuchertem. Dieser Geruch beeinflusst allerdings kaum den gesamten Geschmack des Gerichts (was auch ganz gut so ist). Brät man die Tofustückchen schön kross an, geben sie einen wundervollen Kontrast zu den weichen Nudeln ab. Ein bisschen wie angebratene Brotwürfel, die nicht durch die Soße aufweichen und sich dann in Wohlgefallen auflösen, sondern schön ihre Konsistenz behalten. 
Ansonsten habe ich ds Rezept an den Inhalt unseres Kühlschrankes angepasst und etwas mehr Flüssigkeit für die Soße benutzt (und beim nächsten Mal wahrscheinlich nochmehr). Das mit dem Puderzucker habe ich gelassen, weil ich kein großer Freund von extra Zucker in meinem Essen bin. 


Für 2 Personen: 
250gr Spaghetti nach Packungsanleitung kochen. 
In der Zwischenzeit 1 Zwiebel in kleine Würfel schneiden. 200gr Räuchertofu der Länge nach vierteln und dann in dicke Scheiben schneiden. 300gr Sauerkraut abtropfen lassen (falls nötig).
In einer großen Pfanne (es kommt nachher alles zusammen hier rein) ein wenig Pflanzenöl erhitzen und den Räuchertofu bei starker Hitze goldbraun anbraten. Die Hitze etwas reduzieren und die Zwiebelwürfel beigeben. Nach ein paar Minuten (immer wieder mal rühren nicht vergessen) das Sauerkraut dazugeben. Ich mag es, wenn Sauerkraut ein bisschen mit anbräunt und lasse es daher kurz in Ruhe. 
Das Ganze wird nun mit 150ml Brühe und 75ml Sahne abgelöscht. Ein paar Minuten köcheln und die Soße reduzieren lassen. Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken. Die fertigen Nudeln dazu geben und alles gut miteinander vermengen. 


Dazu passt ein kräftiger Weißwein genauso gut wie ein Rotwein. Ebenso ein kühles Bier.
Dieses Gericht wird es bei uns bestimmt nochmal geben. Wer unbedingt ein wenig Fleisch braucht, ersetzt den Röuchertofu eben durch Speck. Aber ich denke dieses Gericht funktioniert auch ohne den Räuchertofu ganz hervorragend. 
Demnächst heißt es bei uns also: Liebling, was gibt's zu essen? -Kraut und Nudeln.

23. Dezember 2011

Vanille-Kipferl und Frohe Weihnachten

Bei all dem, was ich immer so im Advent backen möchte und backe und wie glücklich mich mein Plätzchenteig macht, kann mein Geliebter ab und an nur den Kopf schütteln. Aber eines hat er sich doch selber gewünscht und zwar ganz ausdrücklich. Vanille Kipferl. So, wie die Mutter sie macht. Hm, ich hab soooo viele Kipferl-Rezepte, darf ich auch eins von denen nehmen? OK. 
OK.


Für vier Bleche:
150gr gemahlene Mandeln ohne Fett in einer Pfanne leicht anrösten oder 150gr ganze Mandeln anrösten und dann mahlen. 
Die Mandeln mit 300gr. Mehl, 75gr Puderzucker und einer Prise Salz vermengen. 300gr weiche Butter und das Mark einer Vanilleschote beitun und zu einem geschmeidigen Teig verkneten. 
Den Teig zu 4 gleichgroßen Rollen formen und diese in Frischhaltefolie gewickelt etwa 1 Stunde kühl stellen. 
Den Ofen auf 175-180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. 
Jede Rolle des gekühlten Teigs in etwa 20 Scheiben schneiden und diese zu Kipferl formen. 
Die Kipferl auf mit Backpapier belegten Blechen im heißen Ofen für etwa 10 Minuten backen. Den Ofen dabei nicht zu lange aus den Augen lassen, damit die Spitzen nicht zu dunkel werden.
Die noch heißen Kipferl mit Hilfe zweier Gabeln in einer Mischung aus Puderzucker und Vanillezucker wenden und auf einem Gitter auskühlen lassen.
Aber mal ganz ehrlich, ich habe nur eine Rolle zu Kipferl geformt und den Rest in Scheiben gelassen. Verratet das niemandem, sonst werde ich wahrscheinlich gesteinigt. Die Scheiben schmecken aber genauso gut.


Ich hoffe ihr seid alle nicht zu sehr gestresst und freut euch auf die nächsten Tage genauso sehr wie ich. Obwohl sich meine Weihnachtsstimmung dieses Jahr erstaunlich spät eingestellt hat (sogar mein GGG hat sich ja beschwert) und bei uns nicht ein Millimeter Schnee liegt, freue ich mich sehr auf die gemütlichen Familienfeste der nächsten Tage. Also: Genießt das gute Essen, lasst auch mal fünfe grade sein und freut euch über das beste Geschenk von allen: die strahlenden Gesichter eurer Lieben! 

Frohe Weihnachten euch allen!

22. Dezember 2011

Tarte mit getrocknetem Bärlauch und eingelegten Tomaten

Bereits im Frühjahr gab es bei uns mehrmals Gourmandes Bärlauchbrot. Sehr zu empfehlen! Leider ist im Moment ja keine Bärlauchzeit und mein Heißhunger auf eben dieses musste ich anderweitig stillen. Zum Glück hatte ich noch einige Esslöffel getrockneten Bärlauch im Glas - ein Mitbringsel meiner Nachbarin (getrockneter Bärlauch hat allerdings ein ganz anderes Aroma als frischer, auch nicht übel). Und auf dem hiesigen Weihnachtsmarkt hat mich der Grieche mit getrockneten und in Knoblauchöl eingelegten Tomaten verführt... Da wars um mich geschehen und es musste eine Tarte mit eben diesen Zutaten werden.
Den Teig habe ich für die Tartefrom angepasst, die Menge für den Guss aber aus Gourmandes Rezept übernommen. So war es genau richtig, auch wenn der Guss im ungebackenen Zustand zunächst etwas wenig erscheint. Da alles schön hochgeht, kommt aber eine hübsche Tarte aus dem Ofen.
Der Quark-Öl-Teig ist im übrigen eine super Angelegenheit. Die Konsistenz ist ganz toll - brotig, wie mein GGG sagt.


Für eine 28cm-Tarteform:
Den Ofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Für den Quark-Öl-Teig 160gr Mehl mit 2 Tl Backpulver und 1 Tl Salz gut vermischen. 100gr Quark, 1 Ei und 2-3 El Olivenöl zugeben und alles zu einem glatten Teig verarbeiten. DIrekt auf einem Stück Backpapier in der Größe der Tarteform ausrollen und in die Tarteform legen. Ich benutze immer Backpapier für meine Tartes, weil es so viel einfacher ist, den Teig direkt auf dem Papier auszurollen und den Teig dan unfallfrei in die Form zu bugsieren. Und weil die Form dann leichter zu spülen ist...
Auf dem Boden werden 100gr getrocknete und eingelegte, kleingeschnittene Tomaten verteilt.
Den Guss aus 1 El Quark, 100gr Créme Fraîche, 1 Ei und einem guten Schuss Sahne anrühren. Salzen. pfeffern und 2-3 El Lieblingskräuter beimengen. Wie gesagt, in diesem Fall war es getrockneter Bärlauch, aber Rosmarin stelle ich mir auch ganz fantastisch vor. Den Guss über die Tomaten geben.
Die Tarte kommt nun erstmal für etwa 15 min. in den Ofen.
In der Zeit eine Mozzarellakugel in Streifen schneiden.
Nach 15min. den Mozzarella auf der Tarte verteilen und nochmals so 10-15min. backen, bis sich einige braune Stellen auf dem Mozzarella bilden.
Zu der Tarte passt sowohl ein kühles Blondes, als auch ein fruchtiger Rotwein. 
Von der Tarte waren auch unsere Gäste an diesem Tag überzeugt. Ich finde es super, wenn ein Rezept so gut abwandelbar ist. Vielen Dank, liebe Gourmande, für die Inspiration!

19. Dezember 2011

Shortbread mit Ingwer und mit Kakao

Shortbread ist eine feine Angelegenheit. Buttrig und süß-salzig. Zum Teetrinken, zum Kaffeetrinken, zum Mitnehmen, zum schlechtes-Wetter-ertragen.
Shortbread ist auch ein typisch britisches Gebäck. Und wie bei allen typischen Gerichten ist auch bei Shortbread die Frage groß, wie das einzig wahre echte gemacht wird. Dieser Artikel liest sich dazu ganz interesant und zeigt sehr schön, wie schwierig es ist, solchen einzig wahren Originalen auf die Spur zu kommen. Aber um ganz ehrlich zu sein: Ich habs nicht so mit Originalen. Mir ist schnuppe, obs nun dem Shortbread von damals entspricht (ihr wisst schon, damals, als noch ein blaugesichtiger Mel Gibson durch die Highlands sprang). Hauptsache es schmeckt!
Und darum habe ich gleich zwei Portionen Shortbread mit verschiedenen Aromen hergestellt. Die hellen sind mit kandiertem Ingwer, die dunklen mit Kakao. Beides ganz toll, die Kakao-Variante gefällt ir persönlich aber besser (ist ja auch klar!).
Die Idee, das Shortbread in Tortelette- oder Tartefömchen zu backen habe ich aus dem diesjährigen Brigitte-Plätzchenextra. Aber noch mal würde ich die nicht so backen, denn zum in-Stücke-schneiden bin ich gar nicht gekommen, weil die Dinger im warmen Zustand so schlecht aus der Form kommen und im kalten Zustand ist die in-Stücke-brechen Methode irgendwie einfacher... was aber auch bedeutet, dass ständig irgendjemand an den Riesendingern rumpatscht, finde ich jetzt nicht so schön. Das nächste Mal also direkt in kleinerer Form, also in 1-Person-Portionen.


Für je 1 Portion (hat je 6 Förmchen gefüllt):
Jeweils 100gr Zucker, 200gr weiche aber noch kühle Butter in Stückchen und 1/2 Tl gemahlenes Meersalz in eine Rührschüssel geben.
Für die Ingwervariante kommt dazu: 330gr Mehl und etwa 2 El fein geriebener kandierter Ingwer. Beides gut miteinander mischen, so dass alle Ingwerstückchen sich trennen und gut im Mehl verteilt sind. erst dann mit den restlichen Zutaten zu einem festen Teig verkneten.
Für die Kakaovariante kommt dazu: 280gr Mehl und 50gr dunkler, gesiebter Kakao. Gut vermischen und dann mit den anderen Zutaten zu einem festen Teig verkneten.
Beide Teige in Frischhaltefolie einschlagen und im Kühlschrank mind. 1 Stunde kühl stellen.
Den Ofen auf 175°C Ober/Unterhitze vorheizen.
Wer auch solche Förmchen benutzen möchte, diese bebuttern und bemehlen. Eine Teigportion gleichmäßig auf die Förmchen verteilen, gut andrücken und mit einem Zahnstocher ganz viele Löcher reinpicksen. In etwa 15-18 min. fertig backen. In den Förmchen etwas auskühlen lassen und vorsichtig rauslösen.
Beim nächsten Mal werde ich den Teig allerdings fingerdick ausrollen, in fingergroße Stücke schneiden und diese auf einem mit Backpapier belegten Blech etwa 12-15 Minuten backen.
Wer mag, kann das Shortbread vor dem Backen noch mit etwas Zucker bestreuen. In die Kakaovariante passt bestimmt auch noch die abgeriebene Schale einer halben Bio-Orange ganz gut.
Shortbread hält sich in einer Dose ganz gut mehrere Wochen und auch auf dem Weihnachtsteller bleibt es einige Tage frisch. Aber nicht lange, denn dann ist es aufgegessen!

15. Dezember 2011

Ausprobiert: Maillard-Spaghetti Aglio e Olio

Als ich das gesehen habe wollte ich unbedingt auch mal! Die chemischen Abläufe interessieren mich ehrlich gesagt nicht so, aber wenn mein Chemie-Lehrer damals Nudeln mitgebracht hätte, hätte ich bestimmt bessere Noten bekommen. (Allerdings hatte ich schon einen tollen Chemielehrer. Der hat uns so oft von "Wer wird Millionär?" erzählt und vorgeschwärmt, dass wir ab und an dezent genervt davon waren und uns sehnlichst wünschten, er würde es endlich mal in die Sendung schaffen. Und der gute Mann hat es dann tasächlich geschafft und erst bei der letzten Frage kapituliert! Und was hat er quasi als erstes gemacht? Einen Eiswagen für die Schüler bestellt. Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt schon mein Abi...aber zurück zum wesentlichen) Hier wird ganz toll erklärt, was da eigentlich mit den Nudeln passiert. 
Für mich reichen Schlagwörter wie Röstaromen vollkommen, um ganz scharf drauf zu werden. 


Und sehen sie nicht einfach nur toll aus? Diesen Zustand haben sie bei mir im übrigen schon nach wenigen Minuten erreicht. Die vorgeschlagenen 10 Minuten wären definitiv zu viel gewesen (ich frage mich schon seit längerem, ob mein Ofen vielleicht zu hoch heizt.... wer borgt mir ein Ofenthermometer?) 
Da ich mir den Geschmack mit einer Sahnesauce sehr gut vorstellen konnte, wollte ich erstmal noch was rumprobieren. Und weil ich im Moment sagenhaften frischen französischen Knoblauch da habe, gabs Aglio e Olio con Scotch Bonnet (vom Papa gezüchtet und selbst getrocknet - sowas lohnt sich sehr).


Für 2-3 Portionen: 
Den Ofen auf 180°C vorheizen. Die trockenen, ungekochten Spaghetti (etwa 300 gr) auf dem mit Backpapier belegten Gitter verteilen und im Ofen rösten. Den Ofen auf alle Fälle im Auge behalten und die Nudeln bei einer schönen braunen Farbe rausnehmen. Der Duft ist tatsächlich wundervoll. 
Die Nudeln nun wie gewohnt kochen, allerdings brauchen sie so 2 Minuten länger. Und auch dann sind sie eindeutig fester in der Konsistenz als ungeröstet. 
Während die Nudeln kochen in einem kleinen Top 2-3 EL gutes Olivenöl bei mittlerer Hitze erwärmen und 2 fein gewürfelte Knoblauchzehen darin weich dünsten. Chiliflocken der eigenen Wahl und in Wunschmenge, in unserem Fall war es 1 Tl getrocknete Scotch Bonnet-Flocken, dazugeben. 1/2 Tasse von dem Nudelwasser abschöpfen und zum Öl geben. Kurz aufkochen lassen und mit Salz abschmecken. Die fertigen abgegossenen Spaghetti mit dem Öl vermengen. 
Hätte man Parmesan im Haus, würde etwas frisch geriebener auch super dazu passen. Und wenn euch das Ganze aus Versehen zu scharf gerät (was bei mir in letzter Zeit öfter passiert. Liegt das wie mit dem Salz am Verliebtsein, oder gibt es da andere Regeln?), der kann das dann entweder nicht essen, oder mit etwas Créme Fraîche abmildern.
Geschmacklich fand ich die gerösteten Nudeln sehr spannend. Ich werde sie auf jeden Fall nochmal mit einer Sahnesauce machen. Und fällt mir ein: früher habe ich mir eine Zeitlang in Sahnesaucen für Nudeln Erdnüsse leicht angeröstet und grob gehackt untergemischt... hmmmm. Warum mache ich das nicht mehr...?

13. Dezember 2011

Sich Zeit nehmen und Irish Coffee trinken

Nachdem ich die letzten Wochen quasi wie ein Einsiedler gelebt und kaum Zeit für schöne Dinge gehabt habe, freue ich mich so richtig über die Adventszeit und die kommenden Wochen. Weihnachten ist für mich immer etwas magisches. Ich freue mich das ganze Jahr dadrauf und als Kind habe ich allen Ernstes schon im Sommer Weihnachtslieder gehört! Könnte ich immer noch, ohne mit der Wimper zu zucken, aber irgendwie hat mein GGG etwas dagegen.... 
Nur dass das keiner falsch versteht: Ich brauche nicht schon die Zimtsterne in den Läden wenn der September grade angefangen hat. Ich verstehe auch nicht, wieso ich schon im Oktober Adventskalender kaufen soll. Und das der erste Adventssonntag dieses Jahr quasi mitten im November war, hat mich etwas überfallen. Nein, für mich ist die Adventszeit und Weihnachten zum einen eine tolle Zeit, weil endlich der Winter beginnt, ich jeden Abend gnadenlos viele Kerzen anmachen und mir nichts schöneres vorstellen kann, als mit vor Kälte geröteten Wangen reinzukommen und mich mit einem Tee aufs Sofa unter drei Decken zu kuscheln. Und wenn dann der erste Schnee fällt, dann könnte ich vor Glück und Spannung fast Platzen. Wie eine sehr weise Frau (auch bekannt als Lorelai Gilmour) einst sagte, ist der erste Schnee etwas magisches. Und ja, auch ich kann ihn riechen, bevor er fällt (das ist ja klar!)
Zum anderen vergesse ich nie den Grund, warum wir Weihnachten feiern. Und die Weihnachtsgeschichte hat vielmehr zu bieten, als den Bericht von Jesu Geburt. Es geht um Mut und Loyalität, um tiefe Liebe und Zuneigung, darum das Glück zu sehen und zu teilen, auch wenn man selber nicht viel hat. Es geht um den Glauben an die Zukunft und um den Glauben daran, dass das Leben selbst ein Wunder ist. Es geht um Hoffnung. All das ist etwas, woran ich mich an Weihnachten gerne erinnere und was mich immer glücklich macht. 
Nun gut, das sind nur meine Gedanken und jeder mag das anders sehen. Aber ich hoffe, ihr lasst euch nicht davon stressen soundsoviele Geschenke kaufen zu müssen und mindestens zehn Plätzchensorten zu backen und zwanzig Karten zu verschicken und auf jeden Fall die gesamte Liste bis zum 24. abzuarbeiten und dann muss auch noch das perfekte Dinner auf den Tisch. 
Nehmt euch mal ruhig die Zeit und die Freiheit einen Gang zurückzuschalten und mal zwei Sachen ungetan von der Liste zu streichen. Und dann macht ihr euch einen Irish Coffee und schnappt euch euer liebstes Buch / den liebsten Kitsch-Film / den geliebten Menschen und genießt ein paar ruhige Minuten oder Stunden. Und so ein Irish Coffee passt ja im Dezember Gott sei Dank genauso gut wie im Juli... (war das nicht eine super Überleitung vom Weihnachts-Schmalzkringel zum harten Zeugs?) 


Pro Tasse: 
1 kleinen, starken Kaffee zubereiten. Für mich passt eine Portion aus unserer Padmaschine, mit extra kräftigem Kaffee zubereitet, ganz genau. Das sind so etwa 125ml. Dahinein 1 Tl Rohrzucker und (je nach Geschmack) 1-2 cl Lieblingwhiskey (wir benutzen die Verschlusskappe von unserem Tullamore Dew, was genau die richtige Menge ergibt) geben und gut verrühren. 50ml kalte Sahne halb aufschlagen und auf den heißen Kaffee geben. Den heißen Kaffee durch die kalte Sahne schlürfen und zufriedene Geräusche dabei machen.
Das Rezept haben wir uns aus der Temple Bar im Viertel Temple Bar in Dublin mitgenommen und es seitdem nicht mehr geändert. Aber ich denke die Zutatenmengen hängen schon arg vom eigenen Geschmack ab. Und selbstverständlich kann auch ein Irish Coffee aus normalen, undurchsichtigen Tassen getrunken werden. Schmeckt genauso gut.
PS: Ihr mögt keinen Whiskey? Ich mische mir in letzter Zeit ganz gerne 1Tl Zimtzucker in den Kaffee. Probiert es mal aus.

12. Dezember 2011

Geliebte Adventstradition: Plätzchen backen mit meiner Freundin

Meine Frundin und mich verbindet neben vielen gemeinsam verbrachten Schulstunden und endlosen Kicheranfällen die Leidenschaft zum Backen. Irgendwann haben wir damit angefangen in der Adventszeit gemeinsam Plätzchen zu backen. Letztes Jahr war das leider nicht möglich, da die Süße einige Monate bei den Kiwis war. Und wir konnten nicht zusammen Weihnachten feieren. Geschweige denn Plätzchen backen. Wir haben das dann im April nachgeholt. Inklusive Deko und Weihnachtsmusik versteht sich.
Dieses Jahr konnten wir aber Standesgemäß am Wochenende eine Backsession einlegen und die Ergebnisse sind wirklich der Knaller. Jedes Plätzchen ein Unikat!
(Das Foto hat übrigens meine Freundin geschossen. Mal so, um die Spiegelreflex auszuprobieren. Sehr hübsch, Süße!)


Ich denke man kann unseren Spaß an der ganzen Sache sehen. Wie meine Freundin meinte: Die Plätzchen zu verzieren hat auch etwas meditatives. Das stimmt, denn wie schnell dann die Zeit vergangen ist, hab ich gar nicht bemerkt. 
Das eine nicht ganz jugendfreie Plätzchen zeige ich hier aber nicht, es könnten ja Kinder vorbeikommen und irritiert werden...


Der Teig ist ein ganz simpler Butterplätzchenteig, der sich hervorragend zum Ausstechen eignet und eine gute Grundlage für verschiedene Variationen liefert.
Für zwei Bleche ausgestochene Plätzchen:
100gr Butter, 50gr Puderzucker, 1/2Tl Vanillaextrakt, 1 Eigelb, 150gr Mehl und eine kleine Prise feines Salz rasch verkneten und in Frischhaltefolie gepackt etwa 30 min. kühl stellen.
In der Zwischenzeit den Ofen auf 175°C Ober/Unterhitze vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
Den Teig portionsweise etwa 3mm dick ausrollen und mit den Lieblingsformen ausstechen. Etwa 8min backen. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und dann nach Lust und Laune mit Guss, Zuckerschrift und Dekoren verzieren.
Für die Schokoplätzchen: statt 150gr Mehl nur 130gr Mehl, dazu 20gr dunklen Kakao, je 1 Msp gemahlene Nelken und Ingwerpulver und 1/2 Tl Zimt.
Auch eine schöne Variante sind gefüllte Butterplätzchen: statt 150gr Mehl nur 90gr Mehl, dazu 40gr gemahlene Mandeln und 20gr Speisestärke. Pro Form eine gerade Anzahl Plätzchen ausstechen. Nach dem Abkühlen ganz vorsichtig jeweils zwei Plätzchen mit etwas Traubengelee zusammenkleben. Diese Plätzchen sind sehr mürbe und zerbrechen gerne an schmaleren Stellen, trocknen dank dem Gelee aber auch nach drei Tagen an der Luft nicht aus (ja, solange lagen bei mir welche auf dem Teller...) und schmecken ganz fantastisch.


Ich kann für einen fröhlichen Abend nur empfehlen: schnappt euch eure Freundin und legt eine ausgedehnte Backsession ein.

11. Dezember 2011

Schneeflöckchen, die erst im Mund schmelzen

Eines meiner liebsten Plätzchenrezepte sind seit Jahren die Schneeflöckchen aus dem pinken Freundin Extra (2007?). Aus der Erfahrung der letzten Jahre habe ich ein paar Dinge geändert. Zum Beispiel gefallen mir die Plätzchen etwas kleienr gebacken besser als im Original. 
Wie die meisten Plätzchen eignen sich auch diese perfekt zum verschenken und fürs ganze Jahr. Dieses Mal habe ich sie ohne frische Vanille, sondern mit meinem selbstgemachten Vanillaextrakt gemacht. Und ich muss ganz ehrlich sagen, so ganz zufrieden bin ich mit dem Geschmack nicht. Ich habe mir wohl ein etwas intensiveres Aroma vorgestellt. Hmmm... hat da jemand schon andere Erfahrungen mit gemacht? Muss ich doch mehr Extrakt nehmen? 
Wie auch immer. Von der Idee bin ich nach wie vor begeistert und von diesen Plätzchen sowieso. So zartschmelzend und  fein sind sie eine kostbare Kleinigkeit für den Adventskaffee. Und so einfach gemacht.


Für 50-60 Stück: 
200gr weiche Butter oder Margarine mit 80gr Puderzucker und dem Mark einer Vanilleschote oder 1 Tl Vanillaextrakt schaumig rühren. 100gr Mehl, 200gr Speisestärke und eine kleine Prise feines Salz (am besten aus der Mühle) vermischen und unter die Butter kneten. 
Den Teig halbieren und zu zwei Rollen mit 2-3 cm Durchmesser formen. Die Rollen in Frischhaltefolie gewickelt etwa 30 min kalt stellen. In der Zwischenzeit den Backofen auf 175°C Ober/Unterhitze vorheizen.
Die gekühlten Rollen jeweils in 25-30 Scheiben schneiden und nebeneinander auf mit Backpapier versehenen Blechen legen. Portionsweise etwa 10-12 Minuten backen. Die Plätzchen sollten noch hell sein.


Noch ein hinweis: Der Teig ist kalt immer ziemlich hart und etwas bröselig. Abgesplitterte Stückchen einfach mit den Händen wieder randrücken. Je wärmer der Teig wird, desto geschmeidiger ist er, aber je kälter die Stücke in den Ofen kommen, desto mürber werden die Plätzchen. 
Probiert das unbedingt mal aus. Alle, die ich kenne, sind davon absolut begeistert!

20. November 2011

Mützenparade

In der letzten Zeit sind bei mir einige Mützen entstanden - für das momentane Wetter genau richtig. 


Die graue Mütze und die naturfarbene sind mit einem kleinen Zopfmuster nach einer Brigitte-Anleitung entstanden. Die beiden sind ganz unterschiedlich geworden, die graue habe ich kürzer als nach der Anleitung gemacht, die naturfarbene ist länger, sitzt aber leider ziemlich eng, so dass ich beim tragen sehr darauf achten muss, die Spitze schön runterzuziehen, sonst siehts aus wie bei den sieben Zwergen...


Die dunkelblaue Mütze ist eine Rikke - ein bisschen zu groß, aber so richtig schön slouchy. 
Die dunkelgraue Mütze ist für meinen GGG schon letztes Jahr entstanden, ein einfaches Rippenmuster. Komplett ohne Vorlage gestrickt und wegen Größenverhältnis-Problemen zweimal neu gestrickt. So ist das manchmal, aber grade Mützen gehen ja wahnsinnig schnell.Übrigens werden die Mützen alle ohen Umschlag getragen - nur fürs Foto haben sie das mit sich machen lassen (nicht ohne vorher rumzuzicken, ihr wisst ja, diese Diven...)


Anleitungen: Rikke von Happy Knits/ Mütze mit schmalem Zopfmuster von Brigitte (für die naturfarbene mehr Maschen aufgenommen).
Wolle: Für die hellgraue Drops Nepal, etwa 60gr. 
Für die naturfarbene ein altes Knäuel aus 100% Baumwolle, sehr weich, fast 80gr. 
Für die blaue Mütze ebenfalls schon länger existierende Wolle aus 100% Baumwolle, allerdings ist der Faden sehr fest und glatt gesponnen, ist sehr schwer und hat einen leichten Glanz, die Mütze wiegt stolze 135gr. 
Für die dunkelgraue Herrenmütze (hihi-Herrenmütze) Schachenmeyer Trachtenwolle, etwa 70 gr.
Nadeln: 5mm für Drops Nepal, 
3,5mm für die naturfarbene Baumwolle, 
4mm+5mm für die blaue Baumwolle, 
4,5mm für Schachenmeyer Trachtenwolle. 
Zeitaufwand: für eine Mütze einen oder zwei lange Abende. Oder ab und zu mal im Zug sitzend. Mützenprojekte sind perfekt zum mitnehmen und für Ungeduldige, die ein schnelles Ergebnis wollen.

17. November 2011

Ein schnelles Abendbrot - Kichererbsensalat mit Naan

Für die große Koch- und Backkunst ist nicht immer viel Zeit. Grade wochentags sind Zeit und Geduld für ein feines Abendbrot eher rar. Aber es gibt diese Gerichte, die gehen schnell, sättigen den Hunger ebenso wie den Bedarf nach etwas anderem als Nudeln und sehen dann mit ein wenig Glück auch noch gut aus (was bei dem aktuell verschwindend geringem Tageslicht am Abend irgendwie schwierig zu zeigen ist).
Frisches, warmes Brot ist für uns Soulfood pur. Und was macht noch glücklicher nach einem blöden Arbeitstag? Frisches, warmes Naan mit diesem Kichererbsensalat. 


Als Hauptgericht für 3-4 Personen (als Beilage oder Vorspeise auch für 6-8 Personen geeignet): 
Als erstes 1 Dose Kichererbsen (etwa 400gr Abtropfgewicht) in ein Sieb schütten und abtropfen lassen. Die Kichererbsen in eine ausreichend große Schüssel geben und sich dem Gemüse widmen: 1 Schalotte sehr fein würfeln, 1 Knoblauchzehe ebenfalls sehr fein würfeln, beides zu den Erbsen geben. Dann etwa 200-250gr Tomaten klein würfeln, ebenso 1/2 bis 1 Paprikaschote in der Lieblingsfarbe klein würfeln (Hurra, es ist Gemüse-fein-würfeln-Tag!) und beides ebenfalls zu den Kichererbsen geben. Schließlich noch etwa 1 Bund Petersilie fein oder grob hacken und auch noch mit reinwerfen.
Nun nur noch würzen: mit Salz, schwarzem Pfeffer nach Belieben, Chiliflocken oder -pulver wer mag - und Kumin. Da ich den Geschmack und Geruch von Kumin nur in Maßen ertrage, mörsere ich eine verschwindend geringe Menge an Kuminsamen. So ungefähr 1/4 Tl voll Samen, das reicht mir schon total. Mme Besançon dagegen schmeißt fröhlich auf die selbe Menge Kichererbsen 1 El Kreuzkümmel. So macht es eben jeder nach eigenem Geschmack. 
Zum Schluss noch 2 El Öl und 1 nicht ganz vollen El Obstessig unterrühren. Ich habe je 1 El Sesam - und Olivenöl und Himbeeressig genommen. Allerdings war ich vom Sesamöl echt enttäuscht, da habe ich mehr Geschmack erwartet. Idealerweise würde ich das nächste Mal lieber Walnuss- oder Haselnussöl benutzen. Aber nur Olivenöl ist auch absolut in Ordnung. 
Ist der Salat fertig, so kann er erstmal abgedeckt in der Ecke stehen und aufs Naan warten. Das habe ich nach diesem Rezept zubereitet, das reicht für zwei Personen und es ging ganz fix. Im Gegensatz zu den meisten Naanrezepten, die ich gefunden habe, wird dieses mit Backpulver und ohne Hefe zubereitet. Auch wenn es mit Hefe ebenfalls gut ist, hat uns dieses Naan geschmacklich genauso überzeugt.
Bevor das Naan backen/braten losgeht, noch in der Pfanne ohne Fett 1-2 El Sesamsamen leicht anrösten und beiseite stelle. Das Naan ist dann auch bald fertig gebacken/gebraten und kann warm mit dem Salat serviert werden, unter den noch schnell die gerösteten Sesamsamen untergehoben werden. Dazu einen kleinen Dip aus Mayo, Joghurt, Salz, Pfeffer, Paprika edenlsüß und Currypulver stellen - fertig ist das köstliche Abendbrot. 
Die Beschreibung hört sich nach mehr Arbeit an, als es tatsächlich ist, vor allem, wenn man zu zweit schnippelt, oder sich Salat und Naan zubereiten untereinander aufteilt. Ganz bald steht dann das wundervolle Abendbrot auf dem Tisch. 


Für alle, die ein bisschen mehr Zeit haben: Den Salat schon vorher zubereiten und mindestens eine Stunde ziehen lassen - Weltklasse. Und wer sich besonders gut vorbereiten möchte, der nimmt an Stelle der Kichererbsen aus der Dose getrocknete, weicht diese über Nacht in Wasser ein und kocht sie gar, um daraus dann einen Salat zu machen. Alles eine Frage der investierbaren Zeit. 
Uns hat es so wie beschrieben, fix gemacht, super geschmeckt, nur dass das gut gekühlte Feierabendbier gefehlt hat. Man kann halt nicht alles haben...

14. November 2011

Apfelkuchen mit Butternuss

Im Kühlschrank, eingepackt in Frischhaltefolie, gelagert im Gemüsefach, wartet noch ein halber Butternusskürbis. Er duftet ganz herrlich und leuchtet im schönsten Orange. Und auf dem Regal liegen ein paar saftige große Braeburns. Äpfel und Kürbis haben sich durch die Kühlschranktür hindurch gesehen, verliebt und verlangten nun, vereinigt zu werden. Das habe ich viel zu gerne getan.
Dabei hat mich  die Würzung von amerikanischem Apfelkuchen inspiriert, allerdings wollte ich lieber eine offenen Form. Also ist es eine Gallette geworden. Also ein amerikanisch-französicher Rahmen für unser verliebtes Apfel-Kürbis-Pärchen. 


Für eine 28cm-Tarteform: 
Als erstes muss mal wieder der Mürbeteig hergestellt werden. Diesmal einer mit gemahlenen Mandeln. Das geht ganz fix mit 200gr Mehl, 100gr gemahlenen Mandeln, 150gr Butter und 100gr Zucker (weißen, braunen oder eine Mischung aus beiden).  Mit 1 El kaltem Wasser mit den Händen zu einem Teig verkneten. Falls dieser zu trocken und bröselig sein sollte, nach und nach noch bis zu 1 weiteren El Wasser unterkneten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und kalt stellen. Für mindestens 30min.
In der Zwischenzeit die Füllung vorbereiten. Dazu 1-2 Äpfel waschen, halbieren und entkernen und in sehr schmale Spalten schneiden. Etwa 1 Viertel Butternuss-Kürbis schälen und in sehr, sehr schmale Streifen schneiden. Alles zusammen in einer Schüssel mit 2-3 Tl Zitronen- oder Limettensaft, 2-3 El braunem Zucker, 1 Winzprise Salz, 1 Tl Speisestärke und 1 Tl Zimt, ein Paar Prisen gemahlenen Ingwer, Nelken und Muskat, sowie 1 El weicher Butter vermengen.
Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Mandelmürbeteig zu einer runden Platte von etwa 35-40 cm Durchmesser ausrollen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Den Teig mit den Äpfeln und Kürbisspalten belegen, so dass ein breiter Rand frei bleibt. Diesen Teigrand umklappen und mit einer Mischung aus dem Saft, der in der Schüssel vom Obst übriggeblieben ist, und einem Spritzer Milch bestreichen.Keine Angst, der Teig ist relativ brüchig und reißt beim umklappen gerne ein. Das hat mir auch erst Herzrasen verursacht (was, wenn der herrliche Saft ausläuft?), aber die eingerissenen Stellen einfach zusammenpappen hilft. Es geht nicht immer um Schönheit...
Im heißen Ofen etwa 30-35 min backen. Sollte der Boden noch nicht durch sein, das Blech auf eine der unteren Schienen schieben und nochmals 5min backen.

Den liebestollen Blicken von Äpfeln und Butternuss nachzugeben war eine sehr, sehr gute Entscheidung. Allein für den himmlischen Duft, den der Kuchen in der Wohnung verbreitet, lohnt sich das! Und dieser Mandelmürbteig ist wundervoll knusprig geworden.
Genau das richtige für Gäste, für zu zweit sein, für himmlischen Duft in der Wohnung, für sich-wohlfühlen...

10. November 2011

Ausprobiert: Vanilla-Extract selber machen

Als Backoholikerin bestaune ich regelmäßig diverse amerikanische Blogs, in denen die dollsten Dinge entstehen. Das Bakerella mich mit ihren CakePops-Kreationen um den Finger gewickelt hat, ist ja kein Geheimnis. Unter anderen bin ich auch von Bake at 350 immer wieder schwer beeindruckt. Kann mir das jemand bei solchen, solchen oder (das Beste!) solchen Kreationen verdenken?
Von all dem anderen Süßkram, den ich mir ständig optisch reinziehe, will ich jetzt nicht anfangen, die meißten kriegen dann wahrscheinlich direkt Zahnweh. Aber eine Sache hält mich ständig dabei auf, wenn ich etwas nach amerikanischem Rezept nachbacke: Vanilla Extract. Habt ihr mal versucht, den hier zu bekommen? Ich stoße bei meiner verzweifelten Suche hauptsächlich auf Winzflaschen mit 50ml Inhalt zu horrenden Preisen. Äh, und die überm großen Teich haben sowas anscheinend in Literflaschen in gefühlt jeder Küche stehen? Sind die alle Krösus? (Oder unterliege ich einer optischen Täuschung?)
Gott sei Dank hat Bridget von Bake at 350 vor einiger Zeit erklärt, wie dieser Extract gaaaaaanz einfach selber herzustellen ist. Ich hab also vor knapp zwei Wochen dieses Fläschchen mit zwei aufgeschnittenen Vanillebohnen und Wodka gefüllt. 


Wieviel Wodka drin ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich hab mich nicht soooo sehr um die Mengenverhältnisse gekümmert, sondern einfach die einzige leere kleinere Flasche, die mir zur Verfügung stand, geschnappt (ich vermute mal so 150-200ml Inhalt?). Nach den jetzt knapp drei Wochen sieht die ganze Angelegenheit bereits so aus: 


Aber so ungefähr eine Woche sollte ich wohl noch warten. Gerade so früh genug, um schonmal die ersten Weihnachtsgebäcke mit Vanilla Extract zuzubereiten. Wenn ihr jetzt SOFORT ein solches Fläschchen ansetzt, seid ihr immer noch gut in der Zeit, um im Advent Vanilla Extract zu haben. Und um solche Fläschchen an Weihnachten zu verschenken, ist noch massig Zeit. 
Also, viel Spaß beim Ausprobieren. Ich berichte von meinem ersten Backerlebnis mit selbstgemachtem Vanilleextrakt. Falls jemand diese Art Vanilleextrakt selber zu machen schon kennt und berichten kann - immer her damit!

8. November 2011

Resteessen: Tarte mit Ofengemüse von gestern

Manchmal bleibt von etwas super-leckerem nur eine einzige Portion über. Die ist dann entweder ein feines Büro-Mittagessen am nächsten Tag - aber nur für einen der beiden hier im Haushalt anwesenden Personen. Trotz weinen, bitten und betteln lässt sich Essen einfach nicht vermehren. Wie unfair. Aus einer übrig gebliebenen Portion lässt sich aber perfekt eine Tarte zubereiten. Zum Beispiel diese hier: 


Für eine 28cm-Tarteform: 
Zunächst ganz fix einen Mürbeteig aus 250gr Mehl, 150gr weicher Butter, 1 Tl Salz, 1 Ei und 1 El Obstessig kneten und für 1 Stunde kalt stellen. 
In der Zwischenzeit einen Guss aus 150gr Frischkäse, 150 gr Sahne, 1 Ei, Salz, Pfeffer und getrocknetem Thymian (oder anderen Lieblingskräutern), sowie, wer mag, 1 zerdrückten Knoblauchzehe anrühren.
Reste der Ofenkartoffeln mit Butternuss vom Vorvortag bereitstellen. Die Kartoffelviertel in schmalere Spalten schneiden, das andere Gemüse evtl. ebenfalls kleiner schneiden. 
Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. 
Den gekühlten Teig ausrollen, in die Form geben und etwa 15 min im heißen Ofen blindbacken. Die heiße Tarteform aus dem Ofen holen und sich dabei nicht, ich wiederhole: NICHT die Finger verbrennen.
Nun zunächst das Gemüse dekorativ oder querbeet auf dem Boden verteilen, den Guss drüberkippen und noch 50gr aromatischen, geriebenen Käse drüberstreuen. Nehmt euren Lieblingskäse zum überbacken, aber an so kräftiges Ofengemüse kann ruhig auch kräftiger Käse.
Die Form wieder in den heißen Ofen schieben und nach 25 min nachschauen, obs schon fest und goldbraun ist. Sonst noch ungefähr 5 min weiterbacken, bis der Guss fest und alles leicht goldbraun ist. (Übrigens ist mir zwischenzeitlich echt das Herz in die Hose gerutscht, weil der Guss beim Backen ein bisschen in die Höhe geht. Ist aber Gott sei Dank nicht übergelaufen. Puh. Im Zweifelsfall also ein bisschen weniger Guss machen, wobei dass ja auch von der Restemenge abhängt...)


Rausholen, ein wenig abkühlen lassen und genießen. Das nenn ich Resteessen deluxe. Das beste daran: weil wir zu zweit nur eine halbe Tarte schaffen, haben wir für den nächsten Tag auch schon das Essen fertig. Fast Food ist, wenn eine fertige halbe Tarte im Kühlschrank wartet...  

6. November 2011

Ofenkartoffeln mit Butternuss-Kürbis

Meine Mutter hat mir so lange von diesem Rezept vorgeschwärmt, das sie aus einer Zeitschrift hat, dass ich es unbedingt nachkochen musste. Ich meine - Ofenkartoffeln, mit  Kürbis und Knoblauch, das rief schon von weitem meinen Namen. Also hab ich es mir abgeschrieben, den Zettel in die Tasche gepackt...und zu Hause nicht mehr wiedergefunden. Nicht in meiner Handtasche, nicht in meiner Jackentasche, nicht in meiner Hosentasche, und woanders stecke ich mir Zettel eher nicht hin. Wahrscheinlich befindet sich der Zettel jetzt in der Nachbarstadt von NureinSockenCity, gleich neben der LostKugelschreiberHochburg. 
Anyway, das beste an diesen Ofenkartoffel-Rezepten ist ja die simple Zubereitung, bei der sich im Endeffekt nur die Gemüsezutaten, Kräuter und Gewürze abwechseln. Ich hab also aus dem Gedächtnis herausgekramt, worum es in diesem Rezept ging und dann zusammengeschmissen, was die Küche hergab. Also, an Lebensmitteln meine ich. Dieses Gericht ist frei von zusätzlichen Elektrogeräten und Küchenhelfern.


Für drei Personen, oder zwei Personen inkl. Resteessen (gibts morgen!): 
Als erstes werden etwa 12 kleine bis mittelgroße Kartoffeln ordentlich abgewaschen und mit der Bürste abgebürstet. Die Kartoffeln in Salzwasser für 10 min. vorkochen (sie müssen nach dieser Zeit nicht gar sein). Dann abgießen und im offenen Topf abkühlen lassen, da sonst akute Pfoten-verbrenn-Gefahr besteht. 
In der Zwischenzeit schonmal den Ofen auf 175°C Umluft vorheizen. 
Einen halben Butternuss, etwa 400gr, von den Kernen und so befreien und schälen. Quer halbieren und in etwa 5 mm dicke Scheiben schneiden. 2 dicke Möhren schälen und schräg in ebenfalls etwa 5 mm dicke Scheiben schneiden. Gerne auch 2 Zwiebeln in schmale Spalten schneiden (gabs bei uns nicht, da die Zwiebeln durch wiederholte Abwesenheit glänzten). Nun noch etwa 4-6 Knoblauchzehen von der Knolle nehmen, aber nicht schälen! 
Die leicht abgekühlten Kartoffeln vierteln. Sie sind noch zu heiß zum anfassen? Nehmt 'ne Gabel zur Hilfe, keiner braucht Brandblasen an den Fingern. 
Alles auf ein mit Backpapier belegtes Blech schmeißen und mit getrocknetem Rosmarin und/oder Thymian, Salz, schwarzem Pfeffer, etwas geriebener Muskatnuss, Paprika edelsüß, Chiliflocken und 2 Lorbeerblättern, sowie 2-3 El Olivenöl und 1 El Pflanzencreme oder geschmolzener Butter vorsichtig vermengen. Das Gemüse möglichst gleichmäßig auf dem Blech verteilen und in 25-30min goldgelb backen lassen. 


Die Kartoffeln werden herrlich knusprig und das andere Gemüse schön weich und aromatisch. Die Knoblauchzehen sind in der Schale gaaaaanz weich und schön mild geworden. Dazu habe ich noch selbstgemachte Mayo, Pesto und Joghurt auf den Tisch gestellt. Crème Fraîche ist auch super. Zu trinken passt ein Rotwein, wir hatten einen tollen, fruchtigen, eher lieblichen Dornfelder. Ich kann mir aber auch ein kräftiges weißes dazu vorstellen. Also Bier.
Und morgen bastle ich was feines aus den Resten. Und aus dem übrigen halben Butternuss wirds auch noch was feines geben. Fortsetzung folgt...

31. Oktober 2011

Happy Happy Halloween



Zum Gruseln schöne Monsteraugen. Wer jetzt keine Zeit mehr hat Cake-Pops zu machen (die sind ja auch gaaaar nicht aufwendig), aber noch einen Last-Minute-Grusel-Nachtisch für die Halloween Party braucht: 
Rote Götterspeise und Vanillepudding getrennt von einander in gleichen Mengen zubereiten (und mit Fertigpudding und -götterspeise gehts noch schneller). Nach dem Abkühlen in einer Schüssel vorsichtig miteinander vermengen, sodass von beidem dicke Stückchen zu sehen sind. Das ganze eitriges Blutbad nennen. Vor allem bei Kindern wäre das der letzte Schrei (fiese Lache einblenden).

Noch mehr schaurig schöne Cake-Pops gibts bei Bakerella, von der ich auch die Idee habe.

Viel Spaß an alle, die heute Halloween feiern!

27. Oktober 2011

Ausprobiert: Selbstgemachte eifreie Mayonnaise

Ich mag es nicht, etwas mit rohen Eiern zu essen. Ich weiß, es sollte kein Problem sein, wenn es ganz frische Eier sind und grade beim Eigelb bräuchte ich mir keine allzu großen Sorgen zu machen. Aber da bin ich numal so...
Allerdings gibt es auch wirklich wenig Mayo-Sorten im Laden, die mir tatsächlich gefallen. Der Großteil schmeckt mir zu sehr nach Essig, oder zu ranzig, oder mir wird schlecht, wenn ich den Zuckergehalt auf der Liste sehe, oder oder oder. Mayo selberzumachen ist dann schon reizvoll.
Welch hervorragender Schachzug vom Schicksal war es da, dass es mich über das Rezept für vegane, also eifreie, Mayo von Food and Fotos stolpern ließ. Schaut dort unbedingt mal vorbei! 
Das Rezept ist echt easypeasy und superschnell fertig. Die Würzung mit Senf (das nächste mal schärferen und mehr), Essig, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker erfordert von meiner Seite noch ein wenig Übung. Auf jeden Fall darf an das ganze nicht zu wenig Salz, sonst schmeckt es nicht! Bedenkt, dass ihr das Zeug ja nicht pur löffelt (oder doch?!?), sondern mit anderem Kram kombiniert und entsprechend sollte es dann auch noch zu schmecken sein. Noch ein paar Hinweise zur Herstellung: Die Sojamilch und das Rapsöl hatten Zimmertemperatur. Ich war nach einer Minute fertig mit dem Pürierstab. Die Sojamilch wird sagenhaft schnell fest und dann braucht man den Stab nur noch kurz hochzuziehen, fertig.


Das ganze ergibt eine relativ feste Mayo, quasi schnittfest, was ich absolut gut finde, denn häufig wird gekaufte Mayo zu einer flüssigen Sauce, sobald weitere Zutaten ins Spiel kommen. 
Und wie mit "echter" Mayo lässt sich damit allerhand anstellen. Als erstes ist ein Teil Mayo mit einer zerdrückten Knoblauchzehe und mehreren El Joghurt zu einer Aioli verarbeitet worden, verspeißt mit Pommes (jawohl!). Heute mittag mit etwas Pesto vermischt aufs Nussbrot, dadrauf Käse und ne zweite Scheibe Brot mit Tomatenmark bestrichen obenauf. Sehr empfehlenswert. Als Grundlage für Remoulade macht sich die Mayo bestimmt auch super.Weitere Ideen, was für toller Schweinkram sich mit Mayo anstellen lässt? Immer her damit!
Ich bewahre die Mayo in einem Schraubglas im Kühlschrank auf. Mal schauen, wie lange sich das wohl hält. Da wir keine allzu großen Mayo-Esser sind, werde ich das nächste Mal etwa die Hälfte herstellen. Und um zweifelnde Geister im Angesicht der Verwendung von Sojamilch zu beruhigen: Mein GGG war am Anfang zutiefst skeptisch und nach dem ersten Probieren überzeugt. Also ruhig mal abseits der gewohnten Pfade schauen!

!!!ABER ACHTUNG!!! Diese Mayo besteht immernoch zu einem großen Teil aus Fett. Sie ist genauso in Maßen zu genießen, wie "normale" Mayo! Ich wollts nur sagen, bevor mir hier Verführung ahnungsloser Mayoliebhaber vorgeworfen wird: Auch diese vegane Mayo ist nicht zum Löffeln da!

25. Oktober 2011

Weich, warm und kuschelig: Eine Happy Birthday-Cowl

Dieses gute Stück (ein Geburtstagsgeschenk) habe ich schon vor einigen Wochen fertig gestrickt und der heutige nass-kalte Tag schien mir perfekt, um die sonnig-kuschligen Fotos zu zeigen. Inspiriert hat mich dieses Modell von Veera Välimäki. Für das Naturweiß der Wolle haben mir am besten die Holz-Knebelknöpfe gefallen. So passt dieses Stück hoffentlich zu allen möglichen Farben und Formen von Wintergarderobe.


Die glatt rechts und kraus rechts und glatt links gestrickten Streifen, die untereinandern verzopft werden, finde ich besonders raffiniert.Habe schon überlegt, an welchem Strickstück das noch gut aussehen könnte. Ideen?


Und die Wolle ist ein dicker Traum, der Hals und Nacken im Winter bestimmt gut wärmt (und sich am Holzpfosten unseres Balkons doch richtig gut macht, nicht wahr?). Jetzt muss das ganze nur noch meiner Cousine gefallen, die es aber erst nächste Woche bekommt. Also psssst, noch nichts verraten!

Anleitung: Drauflosgestrickt, inspiriert vom Happy Solitude Cowl
Wolle: Drops Eskimo, 200gr
Nadeln: 8mm
Zeitaufwand: Dank der dicken Wolle und Nadeln ging es ruck zuck. An zwei oder drei Abenden war das ganze gestrickt.

19. Oktober 2011

Kirsch-Quark-Schnecken

Mein Geliebter mag ja Teig- und Backwaren aller erdenklichen Art. Dementsprechend mag er auch Bäckereien und ganz besonders gerne die bei seiner Arbeit um die Ecke (ist ja klar, sowas sichert die Laune, ich mag den Falafel-Versorger bei meiner Uni um die Ecke ja auch besonders gerne). Nun scheint dieser Bäcker tatsächlich die dollsten Sachen anzubieten und ganz besonders die Kirsch-Quark-Schnecken haben es meinem Gatten angetan. Er hat mir also immer wieder von diesen Schnecken vorgeschwärmt und schließt jedesmal mit "und die sind soooooo groß"(etwa kleine-Teller-Größe mit den Händen zeigend). 
"Aber,", meinte er einmal etwas geknickt, "die haben die nicht das ganze Jahr, letzten Herbst waren die einfach verschwunden und jetzt wird es die bestimmt auch bald nicht mehr geben." Den Trennungsschmerz in seiner Stimme, mindestens ein halbes Jahr ohne Kirsch-Quark-Schnecken verbringen zu müssen, konnte ich natürlich nicht ertragen und so verlangte ich absolut selbstlos, dass er mir so ein Ding doch mal mitbringen soll, dann kann ich das ja vielleicht nachbauenbacken. Er brachte mir also vor wenigen Wochen eine der tatsächlich riesigen Schnecken und beteuerte, dass sie sonst noch größer sind und noch mehr Kirschen haben. 


Ich habe also, in der totalen Aufopferung, diese Kirsch-Quark-Schnecke gegessen. Habe sie genau untersucht. Das sind nicht nur einfache Schnecken mit einer Kirsch-Quark-Füllung. Da sind auch noch Streusel drauf. STREUSEL! Und ein Zuckerguss. Und unvermeidbarer Weise ist das ganze auch aprikotiert. Ich habe mir also Notizen gemacht (ohne Scheiß!) und am Sonntag schließlich mehrere Stunden in der Küche verbracht. Das Ergebnis möchte ich euch nicht vorenthalten, es sollen schließlich möglichst viele von meiner unfassbaren Selbstlosigkeit profitieren (nennt man sowas schon Industriespionage?): 


Für etwa 34 Schnecken (das Rezept lässt sich problemlos halbieren): 
Zunächst einmal den Hefeteig aufsetzen. Weil er so schön saftig ist, habe ich direkt das Rezept für die Hefeteilchen benutzt, und zwar mit 1 kg Mehl und entsprechend auch die anderen Zutaten verdoppelt. Während der Teig geht, 1 Glas Kirschen (350gr) abtropfen lassen. Wer mag auch mehr, die Menge hängt ganz von eurem eigenen Kirsch-Bedürfnis ab. Den Saft auffangen, mit Mineralwasser verdünnen und als unerhört süße Schorle genießen. Die Kirschen sollten wirklich rechtzeitig abgegossen werden, damit sie später nicht zu nass sind und alles durchfeuchten. 


Für die Füllung braucht ihr neben den Kirschen auch eine Quarkmasse (logisch, daher der Name). Das geht echt easy-peasy. In einer Schüssel 750gr Quark (40%igen bitte) mit 100gr Zucker und 2 Päckchen Vanillepuddingpulver mischen. Fertig ist die Quarkmasse. 


Nun noch die Streusel vorbereiten. Dafür ganz einfach 55 gr Butter, 50 gr. Zucker und 100gr Mehl zu Streuseln verarbeiten. Die extra 5gr Butter habe ich zugefügt, um die Streusel etwas robuster und knuspriger zu machen. So als Kontrast zu den weichen Schnecken. 
Wenn alles vorbereitet ist und der Teig fertig gegangen, beginnt die ganz große Sauerei. Bitte missachtet also die ganzen Mehl,-Kirschsaft und Quarkpfützen auf den folgenden Bildern. So sieht es nunmal aus, wenn ich backe.


Der Teig (hier als noch unförmiger Kloß erkennbar) sollte auf einer gut bemehlten Oberfläche zu einem etwa 30x80cm großen Rechteck ausgerollt werden. Wenn ihr dass so gut könnt wie ich, dann ist dieses Rechteck in der Mitte grundsätzlich breiter als an den Enden. Das macht nichts. Es sollte nur ungefähr regelmäßig sein. 


Auf den Teig wird nun die Quarkmasse verstrichen. Am unteren Teil des Rechtecks habe ich nur eine ganz dünne Schicht aufgetragen, damit ich die gleich entstehende Rolle ordentlich verschließen konnte. 
Auf den ganzen Quark die gut abgetropften Kirschen verteilen. 


Den Ofen schonmal auf 190°C Ober-/Unterhitze vorheizen. 


Nun alles aufrollen. Ich beginne dafür an der mir abgewandten langen Seite in einer Ecke und arbeite mich von rechts nach links und wieder zurück vor. Immer schön gleichmäßig rollen und darauf achten, dass die Kirschen auch schön mit eingerollt werden. Und nicht zu locker rollen! Zum Schluss den "Saum" gut zudrücken, damits nicht wieder aufgeht.


3-4 Backbleche mit Backpapier belegen. Die Rolle nun mit einem scharfen Messer in etwa 2 cm dicke Scheiben schneiden und die so entstandenen Schnecken mit genug Abstand auf die Bleche legen. Ist ein Blech voll, dieses mit einem Tuch abdecken und an einen warmen Ort stellen, wo der Teig noch ein bisschen gehen kann, bis es in den Ofen geht.


Wenn die Rolle komplett in Schnecken verwandelt wurde, ist das erste Blech wieder dran. Das Tuch entfernen und auf jede Schnecke Streusel streuen. Dann kommt das ganze für 15-20 Minuten in den Ofen. Bitte nicht aus den Augen verlieren. Wenn die Schnecken nach 15 Minuten schon goldenbraun-braun sind, sind sie auch fertig. 


Beim rausholen fühlen sie sich in der Mitte noch sehr weich an, das liegt aber einfach nur an der Füllung. Aber wer es genau wissen will schnappt sich die erste Schnecke vom Blech, reißt sie in der Mitte auf und genießt die weiche Herrlichkeit (für verbrannte Zungen übernehme ich keine Haftung). 
Sind alle Schnecken gebacken, dann könnt ihr den Zuckerguss anrühren. Ich hab das so pi mal Daumen gemacht und für die ganze Menge etwa 400gr Puderzucker teelöffelchenweise mit Wasser glatt gerührt. Den Guss könnt ihr über die heißen oder abgekühlten Schnecken sprenckeln.
Fertig. 


Leute, diese Schnecken sind eine kleine Schweinerei und leider auch etwas aufwendiger. Aber der Aufwand und die geschätzten 1000 kcal pro Stück sind die Sünde echt wert. Dabei sind sie definitv kleiner als das Original. Aber da sind diverse Zähne und Hüften bestimmt auch dankbar für.
Das Urteil meines geliebten Gattens und seiner Kollgen und meiner Kollegen war durchweg positiv. Ich würde sagen, jetzt ist der Winter gerettet. Das darf ich doch bestimmt nochmal machen, oder?

17. Oktober 2011

Das Experiment: Eine Tasche stricken und filzen

So, zum Was das wird-Post hier das Ergebnis. 
Nachdem ich diese Anleitung und die ganzen schönen Projekte dazu bei Ravelry gesehen hatte, wollte ich mich unbedingt mal am Strick-Filzen versuchen. So eine Tasche ist ja nie verkehrt und immer nützlich und das Stricken geht recht fix. 
Nun habe ich aber typischerweise die Anleitung nicht richtig befolgt und viel dünnere Filzwolle gekauft und davon auch nur 100gr pro Farbe. Tja. Aber da es ja auch erstmal ums ausprobieren ging, dachte ich, lasse ich es so. Insgesamt habe ich mehr Maschen angeschlagen (ich glaube es waren 40) und für den Boden 50 Krausrippen gestrickt. Die Höhe ergab sich dann aus der vorhandenen Wollmenge. Die Tasche hatte vor dem Waschen ungefähr die Maße 35x45 cm. Ich hab die Tasche in einen Kissenbezug gesteckt und mit 2 Jeans und ein paar kleineren Teilen bei 50° im normalen Programm gewaschen (und damit wahrscheinlich alle Angaben zum Waschen aus der Anleitung ignoriert). Raus kam eine deutlich kleinere Tasche, deren Maschen nicht zu stark verfilzt sind. So hatte ich mit das auch vorgestellt. Durch ziehen und zerren habe ich die Tasche fürs trocknen über eine Kiste gezogen bekommen, deren Ausmaße ich für genau richtig befunden hatte.
So sah die Tasche vorher aus: 


So schaut sie jetzt aus, dank meinem ziehen und zerren mit fast den selben Maßen wie vorher, aber ohne so labberig zu sein: 


Obwohl ich im Großen und ganzen zufrieden bin, gibt es doch ein paar Sachen, die mir nicht gefallen. Erstens hat die blaue Wolle leider auf die Weiße abgefärbt. Das hätte ich mir auch vorher denken können, hab ich aber nicht.


Zweitens ist die Tasche ziemlich zerknittert. Das hat sich auch durchs ziehen und zerren nicht geändert. Drittens ist die Taschenöffnung durch die Kraus-rechts-Reihen ein wenig breiter, was mir persönlich nicht so gut gefällt. Ich bin da eher der Beutel-Taschen-Typ. 
Ganz allgemein halte ich mein Experiment aber für gelungen und halte diese Tasche für einen guten Einstieg ins Strick-Filzen.  

Wolle: Wolle Rödel Strick- und Filzwolle Fine in naturweiß und türkis
Nadeln: Rundstricknadel 5mm.
Zeitaufwand: mehrere Abende lustiges Rundenstricken. Da ich zweimal zurückstricken musste, hat es was länger gedauert...

9. Oktober 2011

Apfelstreusel

An einem kalten, windigen Tag mit Regen und schnell vorbeiziehenden Wolken (wie es gestern war, ich liebeliebeliebe dieses Wetter!) gibt es doch kaum etwas schöneres, als einen warmen, frischen Apfelstreusel, dessen Duft die Wohnung erfüllt. Besonders gut eignet es sich, wenn gleichzeitig mit diesem Wetter drei Äpfelchen im Korb liegen, die zwar noch gut, aber schon leicht schrumpelig sind. Und wenn die Lust etwas aufwändigeres zu backen grad nicht sooo groß ist. Aber das Beste am Apfelstreusel ist eindeutig das Wohlgefühl beim Essen. 


Für 2-4 Personen (je nachdem, ob als süßes Hauptgericht oder als Nachtisch):
Als erstes werden ungefähr 300gr Äpfel in circa 1x2cm große Würfel geschnitten und mit 2 El braunem Zucker, 2 El Limettensaft, Zimt und Ingwerpulver nach belieben gemischt. Aus Gründen des so-wenig-Spül-wie-möglich-Ansammelns lässt sich das prima direkt in der entsprechenden etwas kleineren Auflaufform machen, in der das ganze dann auch gebacken wird. Die Menge von Zucker und Limettensaft richtet sich ein wenig nach der verwendeten Apfelsorte. Ich hatte hier drei verschiedene Sorten, süß und sauer. Bei nur sauren hätte ich noch einen El mehr Zucker genommen.Und wer mag nimmt noch andere Gewürze, wie Nelkenpulver, ein wenig geriebene Muskatnuss, die ganz mutigen vielleicht sogar frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer.
Den Ofen schonmal auf 150°C Umluft vorheizen lassen. 
Nun werden die Streusel hergestellt. Dafür 50gr kalte (aber nicht steinharte) Butter in kleinen Stückchen mit 50gr Zucker und 100gr Mehl mischen. Ich nehme dafür immer erstmal einen Löffel, mit dem ich die Butter zusammen mit Zucker und Mehl zerdrücke und mische. Zum Schluss drücke ich die sehr feinkrümmlige Masse mit den Händen zu größeren Krümmeln zusammen und streue das Ganze über die Äpfel.
Im vorgeheizten Ofen bei 150°C 20 min backen, bis die Streusel anfangen braun zu werden.

Wer mag, reicht dazu eine Vanillesauce, Eis oder auch Eierlikör.
Die Zubereitung geht echt fix, auch wenn ich grad bei den einfachsten Rezepten immer ganz viel drumrum erkläre (hilft das eigentlich jemandem?).

6. Oktober 2011

Was das wohl wird...

Das frage ich mich ernsthaft, denn es ist ein kleines Experiment. Für mich zumindest ist es das erste Mal und daher bin ich sehr gespannt wie es wird. 


Das Ergebnis kommt hier dann in den nächsten Tagen, weil es noch nicht fertig ist. Aber dieses Vorher-Bild wollte ich schonmal mit euch teilen, weil die Sonne darauf scheint und euch hoffentlich diesen verregneten Tag schöner macht! 
Ganz ehrlich, ich bin gespannt wie Bolle, ob das alles so klappt, wie erhofft... (btw, wer weiß eigentlich, wer oder was Bolle ist?)